Die Faustregel lautet: Für Brutto-Miete inklusive Nebenkosten soll maximal ein Viertel des Nettolohns ausgegeben werden. Eine Umfrage des Internetvergleichsdiensts Comparis mit dem Marktforschungsinstitut Innofact zeigt: Knapp ein Drittel der in Schweizer Städten lebenden Menschen geben mehr als ein Viertel ihres Lohnes für Mietkosten aus. In der Agglomeration bezahlen rund 35 Prozent der Bewohner mehr als die in der Faustregel genannte monatliche Miete. Wie die Analyse zeigt, betrifft dies vor allem Einpersonenhaushalte und Personen mit einem Lohn von weniger als 8000 Franken monatlich.

Die Stadt Zürich ist für ihre hohen Mietpreise bekannt. Wie eine Analyse des Immobilienportals Homegate zeigt, kostete 2015 eine durchschnittliche 2,5-Zimmer-Wohnung rund 1950 Franken monatlich. Die wachsende Zürcher Bevölkerung und mit ihr die Anzahl Haushalte führen zum hohen Mietpreisniveau in der Stadt Zürich. 2015 belief sich die Zahl der Haushalte in der Stadt Zürich auf über 195 000. Davon wurden rund 44 Prozent von Einzelpersonen geführt. Diese Haushaltsform ist besonders in städtischen Gebieten relativ häufig vertreten. Im schweizweiten Vergleich hat Zürich etwa einen gleich hohen Anteil an Einpersonenhaushalten wie Bern oder Luzern. In Genf und Basel wohnt mehr als die Hälfte der Personen alleine.

Weniger Einzelhaushalte

Gesellschaftliche Veränderungen führten bis etwa um die Jahrtausendwende zu einer Zunahme der Einpersonenhaushalte. Wie Statistik Stadt Zürich dazu schreibt, seien längere Ausbildungen und das spätere Gründen einer Familie für diese Entwicklung verantwortlich. Aber auch viele ältere Menschen würden wegen des steigenden Lebensalters oder dem Ableben eines Partners alleine wohnen. Um das Jahr 2000 lebte fast jede zweite Person alleine in einer Stadtzürcher Wohnung.

Seither aber konnte eine Trendwende in Richtung Mehrpersonenhaushalte beobachtet werden. Wie eine Analyse des statistischen Amtes Zürich zeigt, wohnen seit der Jahrtausendwende mehr Familien im Stadtgebiet. Dies auch als Folge des seit zwei Jahren anhaltenden Babybooms. 2014 hat das Zürcher Stimmvolk einer gesetzlichen Grundlage für Zonen mit einem Mindestanteil für günstigen Wohnraum zugestimmt.

Single-Haushalte im hohen Alter

Während 2014 diese Single-Haushalte besonders in den zentrumsnahen Kreisen 1 und 8 vertreten waren, holten 2015 die Quartiere Oerlikon und Schwamendingen diesbezüglich auf. Nach wie vor sind das Langstrassenquartier und Alt-Wiedikon für Einpersonenhaushalte beliebt. Die Rate liegt dort zwischen 50 und 60 Prozent. Zudem ist der Anteil von Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen in diesen Zürcher Gegenden relativ hoch. Seltener leben Personen in den Quartieren Friesenberg und Leimbach alleine. Die Rate fällt dort unter 30 Prozent.

Statistische Auswertungen zeigen, dass Singles im Durchschnitt in einer 2,4-Zimmer-Wohnung und auf einer Fläche von 63 Quadratmetern hausen. Der Anteil von Einzelpersonenhaushalten steigt über das Alter hinweg. So wohnt rund ein Viertel der über 40-Jährigen alleine. Bei den über 80-Jährigen steigt der Anteil auf über 40 Prozent an. Unter den Alleinlebenden bis 55 sind Männer klar in der Überzahl, danach kehrt sich das Verhältnis um. Bei den Singles über 60 sind es mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer. Besonders häufig leben deutsche, Schweizer und italienische Staatsangehörige alleine.