Zürich
Tripartite Kommission reagiert auf Lohndumping im Kanton Zürich

Die Tripartite Kommission für arbeitsmarktliche Massnahmen (TPK) des Kantons Zürich will allenfalls dem Regierungsrat den Erlass von Normalarbeitsverträgen (NAV) im Detailhandel und im Maschinenbau beantragen. Damit könnten in beiden Branchen Mindestlöhne vorgeschrieben werden.

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Ein Banner mit dem Schriftzug "Stopp Lohndumping" an der Fassade des Geschäftes des Modelabels "Zara" an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Ein Banner mit dem Schriftzug "Stopp Lohndumping" an der Fassade des Geschäftes des Modelabels "Zara" an der Zürcher Bahnhofstrasse.

Keystone

In den vergangenen Monaten seien im Detailhandel und im Maschinenbau wiederholt missbräuchliche Unterbietungen der üblichen Löhne festgestellt worden, teilte die TPK am Dienstag mit. Die Kommission habe deshalb "intensiv über die Grundlagen einer möglichen Antragstellung an die Regierung für einen Normalarbeitsvertrag" diskutiert.

Um eine bessere Entscheidungsgrundlage zu haben, will die TPK vorgängig die Situation in den beiden Branchen detailliert abklären lassen. So sollen das Ausmass des Lohndumpings im Detailhandel und im Maschinenbau ausgewertet und die Branchenverbände zu einer Anhörung eingeladen werden.

Die TPK besteht aus je vier Vertretern von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie des Kantons. Sie hat den Auftrag, den Arbeitsmarkt hinsichtlich missbräuchlicher Unterbietung der üblichen Löhne in jenen Branchen zu beobachten, die über keine für allgemein verbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge (GAV) verfügen.

Bei Missbräuchen, die ein gewisses Ausmass erreichen und negative Auswirkungen auf das Lohngefüge einer Branche mit sich bringen, kann die TPK beim Regierungsrat den Erlass eines NAV oder die erleichterte Allgemeinverbindlicherklärung eines bestehenden GAV beantragen.