«Smarter medicine» will die offene Diskussion zwischen Ärzteschaft, den Patienten und der Öffentlichkeit fördern. Es geht dabei um die Sensibilisierung für das Thema der medizinischen Über- und Fehlversorgung im Schweizerischen Gesundheitswesen sowie die Befähigung der Bevölkerung, bei wichtigen Fragen zur Behandlung mitentscheiden zu können, teilte die Stadt am Mittwoch mit.

Konkret geschieht dies mittels den von Fachgesellschaften publizierten sogenannten Top-5-Listen aus allen klinischen Fachdisziplinen. Die Listen richten sich laut Mitteilung nach den Empfehlungen für eine nachhaltige, effiziente und evidenzbasierte Medizin und beruhen auf Studien aus dem In- und Ausland.

Sie enthalten je fünf konkrete medizinische Massnahmen, die normalerweise unnötig sind. Das heisst, die mit der Behandlung verbundenen Risiken sind potenziell grösser als deren Nutzen für die Behandelten.

Es muss jedoch niemand Angst haben, nicht behandelt zu werden: Ein ausführliches Gespräch und eine Absprache mit dem Patienten bleiben notwendig, «da jeder Fall individuell beurteilt werden muss und keine Behandlung à priori vorenthalten wird», wie es weiter heisst.

Beim Verein verspricht man sich durch das Vermeiden von überflüssigen Untersuchungen und Eingriffen eine Verbesserung der Behandlungsqualität - bei geringeren Gesundheitskosten. Die Senkung der Kosten stehe jedoch nicht im Vordergrund, sei aber «ein willkommener Nebeneffekt».

Weitere Spitäler motivieren

Am 1. Oktober ist in Zürich eine nationale Tagung unter dem Motto «Wie fördern wir eine smarte Medizin in der Schweiz?» geplant. Dabei werde eine langfristig angelegte Patientenkampagne vorgestellt und lanciert. Anschliessend findet ein internationaler Round Table «Choosing Wisely» statt.

Ausserdem will das Triemli als Initiator und Vertreter der Deutschschweiz bei «Smarter Hospital» weitere Spitäler dazu motivieren, sich dem Projekt anzuschliessen. «Es ist ausserordentlich wichtig, dass wir mithelfen können, eine landesweite Diskussion in Gang zu setzen und die Patientenkampagne aktiv zu unterstützen», wird Chefarzt Christoph Hofer zitiert.

«Smarter medicine» wurde 2017 unter anderem von der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SDAIM), der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) sowie Konsumenten- und Patientenorganisationen gegründet.