Grossmünster
Trauerfeier: Zürich nimmt Abschied von Pfarrer Ernst Sieber (†91)

Über tausend Personen nehmen am Donnerstagnachmittag Abschied von Ernst Sieber: Im bis auf den letzten Platz besetzten Grossmünster in Zürich gedenken sie dem an Pfingsten im Alter von 91 Jahren verstorbenen Pfarrer, der sich zeitlebens für Obdachlose, Randständige und Süchtige eingesetzt hat.

Drucken
Teilen
Für den verstorbenen Pfarrer Ernst Sieber gab es am 31. Mai eine Abdankungsfeier.
8 Bilder
Sie fand im Zürcher Grossmünster statt.
Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr, Stadtpräsidentin Corine Mauch und Regierungsrat Thomas Heiniger (von links).
Abdankungsfeier Ernst Sieber

Für den verstorbenen Pfarrer Ernst Sieber gab es am 31. Mai eine Abdankungsfeier.

WALTER BIERI

Die offizielle Trauerfeier hat kurz nach 14 Uhr begonnen. Sie wird von Pfarrer Christoph Sigrist gestaltet. Verschiedene Wegbegleiter würdigen das Leben und Wirken von Ernst Sieber. Das Wort ergreifen unter anderem die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP).

Ernst Sieber hatte seine Laufbahn als Bauernknecht im Welschland begonnen. Nachdem er auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nachgeholt hatte, entschloss er sich zum Studium der Theologie, das er 1956 mit der Ordination beendete.

Im harten Winter im Jahr 1963, als der Zürichsee zufror, initiierte Sieber im Bunker am Zürcher Helvetiaplatz eine Obdachlosengemeinschaft. Diese gilt als Grundstein für alle weiteren Dorfgemeinschaften und Einrichtungen, die der engagierte Frontmann in den folgenden Jahrzehnten initiierte.

Am Samstag findet eine weitere Erinnerungsfeier statt. Beim Pavillon auf dem Platzspitz, der für Siebers Arbeit von grosser Bedeutung war, kann die breite Öffentlichkeit von 14 bis 17 Uhr Abschied nehmen. Neben vielen seiner Freunde von der Gasse werden auch Vertreter aus vielen Bereichen der Gesellschaft in kurzen Ansprachen an ihre persönlichen Begegnungen mit Ernst Sieber erinnern, wie die Sozialwerke Pfarrer Sieber angekündigt haben.

Sieber ist vor gut zwei Wochen im Alter von 91 Jahren gestorben.

Ernst Sieber:

Herz für Obdachlose und Benachteiligte: Der Zürcher Pfarrer Ernst Sieber ist im Alter von 91 Jahren verstorben. (Archivbild)
10 Bilder
Pfarrer Ernst Sieber im "Pfuusbus": Mit einer Spendenaktion sammelte er Geld für die Notschlafstelle in Zürich.
Ernst Sieber vor dem "Pfuusbus": Er engagierte sich auf einzigartige Weise um Menschen in Not, Suchtkranke und Obdachlose.
Aktion "Betten statt Letten": Der Obdachlosen-Pfarrer Ernst Sieber (rechts) am 23. Dezember 1994 unterwegs mit einem Drogenabhängigen.
Ein Herz für Benachteiligte: Pfarrer Ernst Sieber begrüsst 2012 Obdachlose und Gäste im Zürcher Pfuusbus.
Pfarrer Ernst Sieber
Für seinen Einsatz für Obdachlose, Drogensüchtige und Aidskranke wurde er schweizweit bekannt.
Ernst Sieber war ein Schweizer evangelisch-reformierter Pfarrer, Leiter eines Sozialwerks und Autor mehrerer Bücher.
Pfarrer Sieber im Jahr 2007.
Dieses Bild zeigt ihn im Dezember 2004.

Herz für Obdachlose und Benachteiligte: Der Zürcher Pfarrer Ernst Sieber ist im Alter von 91 Jahren verstorben. (Archivbild)

KEYSTONE/PASCAL BLOCH