Zürich
Tramunfall am "Züri-Fäscht": Chauffeuse übersah Störungsbalken

Grund für den Tramunfall am "Züri-Fäscht" 2013, der acht Verletzte forderte, war in erster Linie die Unachtsamkeit einer Tram-Fahrerin. Sie übersah eine Störungsanzeige an einer Weiche. Die VBZ-Mitarbeiterin sitzt heute nicht mehr im Führerstand.

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Am "Züri-Fäschts" am Samstag, 6. Juli 2013, krachte es auf dem Bahnhofplatz - zwei Trams kollidierten. (Symbolbild)

Am "Züri-Fäschts" am Samstag, 6. Juli 2013, krachte es auf dem Bahnhofplatz - zwei Trams kollidierten. (Symbolbild)

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Inmitten des Durcheinanders des "Züri-Fäschts" krachte es am Samstag, 6. Juli 2013 auf dem Bahnhofplatz: Ein Tram der Linie 13 kollidierte seitlich mit einem Tram der Linie 11. Durch den heftigen Aufprall wurden beide Tramzüge aus den Schienen gehoben.

Zwei Personen wurden schwer, sechs weitere leicht verletzt. Der Sachschaden ging in die Hunderttausende. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (SUST) hervorgeht, trägt die Schuld an diesem Unfall in erster Linie die Tram-Fahrerin des 13er-Trams.

Sie übersah, dass bei der vor ihr liegenden Weiche die Störungsbalken leuchteten. Solche Weichen dürften nicht befahren werden, weil eventuell Gegenstände die Bewegung der Weichenzungen behindern. In dieser Nacht lag wegen des "Züri-Fäschts" sehr viel Abfall auf der Strasse und auch auf den Schienen herum.

Gemäss SUST-Bericht hätte die Wagenführerin den Fehler bei der Weiche bemerken müssen. Allerdings führt der Bericht auch mehrere entlastende Fakten auf: Sie habe gleichzeitig auf die zahlreichen Menschen achten müssen, welche die Gleise überquert hätten.

"Heftig winkender Kundenberater"

Zudem wurde sie durch einen Kundenberater abgelenkt. Dieser habe ihr ungeduldig gewinkt, dass sie endlich vorwärts machen solle, gab die Tramfahrerin zu Protokoll. Sie habe noch gezögert. Wegen des Winkens habe sie sich dann aber zu wenig Zeit genommen, die Situation zu analysieren. Sie habe sich auf die Elektronik verlassen.

Die Technik versagte jedoch: Die Weiche war falsch gestellt, was durch den nicht beachteten Störungsbalken angezeigt wurde, der 13er bog falsch ab und krachte seitlich in das Tram der Linie 11.

Der eifrig winkende Kundenberater musste zur Seite springen, blieb aber unverletzt. Er gab zu Protokoll, dass er das Tram der Linie 13 mit seinen Handzeichen gar nicht gemeint habe. Dieses hätte ja ohnehin in die andere Richtung fahren sollen.

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