Alle bürgerlichen Parteien ausser der SVP sind für das Projekt, wie sie am Freitag vor den Medien betonten. Dass Linke und Grüne den ÖV unterstützen, ist klar. Dem Komitee «Tramverbindung Hardbrücke Ja» war es am Freitag deshalb wichtig, die bürgerliche Zustimmung zu diesem Millionenprojekt hervorzuheben.

Gerade aus bürgerlicher Sicht und im Interesse der Wirtschaft müsse der Vorlage dringend zugestimmt werden, schreibt Komiteemitglied und FDP-Gemeinderat Marc Bourgeois in seiner Stellungnahme.

Ohne Ausbau des ÖV werde der Verkehr im boomenden Norden und Westen Zürichs über kurz oder lang zusammenbrechen. Das werde dann auch die Wirtschaft zu spüren bekommen. Der Staatsbeitrag von 76,4 Millionen sei deshalb gut investiertes Geld.

«Dilettantische» Rechnung

Die Kosten pro Meter zu berechnen - wie es die SVP tut - bezeichnete Bourgeois als «dilettantisch». Entscheidend sei, welcher verkehrstechnische und wirtschaftliche Nutzen entstehe. Die SVP ignoriere ausserdem, dass der Verkehr ohnehin zunehme. Werde das Tram nicht gebaut, lege einfach der Strassenverkehr zu.

Die SVP will die neue Tramverbindung verhindern, weil sie befürchtet, dass dadurch der Verkehr auf der Hardbrücke empfindlich gestört werde. Das Tram würde zwar in einer eigenen Spur geführt. In jeder Richtung müssten die Trams die Strasse aber einmal überqueren.

Bei einem «Nein» ist das Projekt gestorben

Doch auch die Kosten sind der SVP ein Dorn im Auge: Die 700 Meter lange Strecke soll 102 Millionen Franken kosten. Nach Ansicht der SVP sind dies «vergoldete Trams». Von den 102 Millionen müsste der Kanton 60 Prozent oder 76,4 Millionen übernehmen.

Über diesen Betrag stimmen die Zürcher am 30. November ab. Den Rest würden Bund und Stadt Zürich bezahlen. Sagt das Volk Ja, könnte das Tram voraussichtlich 2017 erstmals über die Hardbrücke fahren. Folgen die Zürcher der SVP und stimmen Nein, ist das Projekt vorderhand gestorben, weil Bund und Stadt Zürich wohl kaum mit Millionenbeiträgen in die Bresche springen werden.