Der Mann hatte Anfang 2015 eine Schweizer Staatsbürgerin geheiratet, die ursprünglich ebenfalls aus Barbados stammt. Sie brachte zwei Kinder mit schweizerischer Staatsbürgerschaft in die Ehe. Der Barbadier stellte, um in die Schweiz verbleiben zu können, einen Antrag auf Familiennachzug.

Dieser wurde vom Zürcher Migrationsamt abgelehnt. Auch die nachfolgenden Instanzen bestätigten diesen Entscheid - und nun auch das Bundesgericht. Dieses lehnte die Beschwerde des Mannes gemäss einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil ab.

Hintergrund der Ablehnung

Der Mann war in seiner Heimat schwer straffällig geworden. Er hatte bei einem Überfall seinen Stiefvater getötet und wurde Ende 2002 wegen Mordes zum Tode verurteilt. In zweiter Instanz erhielt er für seine Tat wegen Totschlags eine Gefängnisstrafe von 16 Jahren.

Anfang 2015 wurde er aus dem Strafvollzug entlassen, acht Tage später heiratete er seine Ehefrau. Rund zwei Wochen später reiste er in die Schweiz ein.

In seiner Beschwerde vor Bundesgericht argumentierte der Mann vergeblich, dass das Urteil auf Barbados nicht mit dem schweizerischen "Ordre public" vereinbar sei. Zudem läge die Straftat weit zurück und er habe sich inzwischen bewährt. Er befürchtete einen Eingriff in seinen "Anspruch auf Schutz des Familienlebens".

Später erneut Gesuch stellen

Das Bundesgericht hingegen ist der Ansicht, dass es noch zu früh ist, um für sein zukünftiges Verhalten eine definitive positive Prognose zu stellen. Das Risiko eines Rückfalls müsse nicht hingenommen werden. Ausserdem habe er versucht, im Rahmen seines Nachzugsgesuchs die Verurteilung zu verschweigen.

Es sei für den Mann, der erst im Alter von 38 Jahren in die Schweiz kam, zumutbar, in seine Heimat zurückzukehren. Auf Barbados leben auch ein Kind und weitere Angehörige von ihm.

Die Frau hingegen kann in der Schweiz bleiben. Bleibt sie, dann könne der Mann später allenfalls erneut ein Gesuch einreichen - "wenn er sich in seiner Heimat bewährt hat und von ihm keine spezifische Gefahr mehr für die hiesige Sicherheit zu befürchten ist".

Bis es soweit ist, rät das Gericht, die familiären Beziehungen mit Besuchen oder über Internet oder die klassischen Kommunikationsmittel zu pflegen. Die Gattin könne ihren Mann bis zu einem künftigen Entscheid über sein Aufenthaltsrecht von hier aus finanziell wie psychisch unterstützen.