Reaktion
Toni Bortoluzzi: «Dass Vogt schwul ist, ist mir tatsächlich egal»

Er habe nichts gegen Homosexualität, sagt Gesundheitspolitiker Toni Bortoluzzi nach dem Outing des SVP-Ständeratskandidates Hans-Ueli Vogt. Das klang auch schon anders.

Thomas Schraner
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Erhält nach dem Outing Rückendeckung aus der Partei: SVP-Kantonsrat Hans-Ueli Vogt. Keystone

Erhält nach dem Outing Rückendeckung aus der Partei: SVP-Kantonsrat Hans-Ueli Vogt. Keystone

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SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi sorgte im letzten Sommer für fette Schlagzeilen, als er Homosexuelle öffentlich als «Fehlgeleitete» mit einem «verkehrt laufenden Hirnlappen» bezeichnete. Wichtige Parteiexponenten fanden das ziemlich daneben und forderten ihm zum Abdanken auf.

Am letzten Sonntag überraschte Bortoluzzi mit einer ganz anderen Aussage, als ihn der «Sonntagsblick» um ein Statement zum SVP-Ständeratskandidaten Hans-Ueli Vogt bat. Der Zeitung hatte der Rechtsprofessor, der als Single lebt, seine sexuelle Orientierung offen gelegt. Er sei schwul, bekannte Vogt. Bortoluzzi sagte dazu: «Dass er schwul ist, ist mir egal», Vogt sei ein hervorragender Kandidat.

Wie geht der damalige Hirnlappen-Spruch mit dem aktuellen Wohlwollen zusammen? «Beides stimmt», sagt der 68-jährige Nationalrat und Schreinermeister auf Anfrage. Das mit dem Hirnlappen habe er im Kontext zu Aussagen einer lesbischen Professorin gemacht, um klarzustellen, dass ihn die «Gleichmacherei» nerve.

Toni Bortoluzzi

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Die Worte mögen zwar, wie Vogt fand, derb gewesen sein, aber Homo- und Heterosexuelle seien nun mal nicht das gleiche. «Die Ungleichheit muss man akzeptieren», findet Bortoluzzi. Er habe gar nichts gegen Schwule und Lesben. Ein unterdessen verstorbener Schwuler habe zu seinen besten Freunden gezählt. «Dass Vogt schwul ist, wusste ich längst, aber es ist mir tatsächlich egal.»

Gesundheitspolitiker Bortoluzzi würde übrigens gern noch einmal auf die SVP-Nationalratsliste, wie er zugibt. Er braucht dazu aber die Zweidrittelmehrheit des Parteivorstandes. Ob er sie bekommt, ist ungewiss.