Bereits im Januar wurde klar, dass die Abteilung Bild und Ton der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) nicht rechtzeitig auf Semesterbeginn in die Räume auf dem Toni-Areal einziehen kann. Nun teilten die Bau- und die Bildungsdirektion mit, dass sich der Bezug von sämtlichen rund 2000 Räumen um ein Jahr verzögert.

Geplant war, dass die Hochschule der Künste und zwei Departemente der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) den Studienbetrieb in Zürich-West ab Herbst 2013 aufnehmen können. «Wir haben aber realisieren müssen, dass das Projekt für eine rechtzeitige Inbetriebnahme zu komplex war», sagt Sebastian Brändli, Amtschef Hochschulamt der Bildungsdirektion.

Mehrkosten von rund 40 Millionen

«Die grösste Schwierigkeit lag in der Kombination von Neu- und Ausbau im selben Gebäude», so Allreal-Sprecher Matthias Meier. Erst im Laufe des Umbaus habe sich herausgestellt, dass man aufgrund der Gebäudestruktur aus dem Jahr 1977 nicht mit Standardlösungen arbeiten könne. Die nachträgliche Bestellung von Spezialanfertigungen habe den ursprünglichen Zeitrahmen gesprengt.

Dem Totalunternehmer und Eigentümer Allreal fallen durch die Verzögerung Mehrkosten von rund 40 Millionen Franken bei einem projektierten Gesamtinvestitionsvolumen von 532 Millionen Franken an. Diese setzen sich aus der Entwicklung von Speziallösungen, nachträglichen Bestellungen von Bauelementen sowie Beschleunigungsmassnahmen zusammen. Auch alle zusätzlichen Kosten, die dem Kanton durch den Verzug entstehen, muss Allreal tragen. Dazu kommen die Mietausfälle. Das alles resultiert in einer Abwertung des Toni-Areals um rund 8 Millionen Franken.

Der für 20 Jahre geschlossene Mietvertrag zwischen Allreal und Kanton tritt nun auf den 1. Juli 2014 in Kraft, im September 2014 soll der Studienbetrieb auf dem Areal der ehemaligen Toni-Molkerei endgültig aufgenommen werden können. Die Mietkonditionen bleiben gleich. Die Mehrheit der Hochschulklassen können für ein weiteres Jahr in ihren bisherigen Räumen bleiben. Die für das ZHAW-Departement Angewandte Psychologie gemietete Liegenschaft an der Minervastrasse ist jedoch per Mitte 2013 gekündigt. «Wir hoffen, dass wir diese Kündigung um ein Jahr verschieben können», so Brändli. In den nächsten Wochen soll für das Departement eine Lösung vorliegen.
Die 100 Mietwohnungen auf dem Areal sind von der Verzögerung übrigens nicht betroffen; sie können wie geplant ab Oktober bezogen werden.