Es gelte, deren Rolle im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt im Seefeld vom 30. Juni 2016 und allfällig weiterer geplanten Delikte zu klären, teilte die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Donnerstag mit. Dies passiert aufgrund von Aussagen des teilweise geständigen mutmasslichen Täters des Tötungsdelikts.

Der "Blick" meldete in seiner Ausgabe vom Donnerstag, dass sich der mutmassliche Täter und der nun in Untersuchungshaft genommene Mann in der Zürcher Strafanstalt Pöschwies kennengelernt hätten.

Staatsanwalt Adrian Kaegi sagte am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda, es bestehe ein dringender Tatverdacht gegen den Mann, der seit Anfang April in Untersuchungshaft sitzt. "Es geht nun unter anderem darum, genau abzuklären, ob sich die beiden Personen kennen und wenn ja, wie gut."

Anonymer Brief als Verbindung

Ausserdem steht ein an den Kantonsrat adressiertes, anonymes Schreiben vom 28. Juni 2016 im Fokus der Ermittlungen. Mit diesem hätte die Person, die nun in Untersuchungshaft gesetzt wurde, aus dem Strafvollzug freigepresst werden sollen.

Laut Staatsanwalt Kaegi wurde in dem Schreiben damit gedroht, dass Menschen umgebracht würden, erfülle man die Forderungen nicht. Zusätzlich wurde darin gedroht, man werde den flüchtigen, und späteren mutmasslichen Täter des Tötungsdelikts im Seefeld töten. Der anonyme Autor gab an, diese Person in Gewahrsam zu haben.

Nach der Verhaftung des mutmasslichen Täters konfrontierte ihn die Staatsanwaltschaft mit dem anonymen Schreiben. "In der Untersuchung hat er bestätigt, dass er das Schreiben selbst verfasst hat", sagte Staatsanwalt Kaegi gegenüber der sda.

Unbeteiligter Passant getötet

Beim Tötungsdelikt im Seefeld traf eine Passantin in der Nähe des Bahnhofs Tiefenbrunnen in Zürich auf einen verletzten Mann, der mehrere Stichwunden am Körper aufwies. Der 42-jährige Zürcher verstarb noch vor Ort.

Der Verdacht konzentrierte sich auf einen 23-Jährigen, der nach einem Hafturlaub nicht mehr in die zürcherische Strafanstalt Pöschwies zurückgekehrt war. Er wurde nach monatelanger Fahndung am 18. Januar durch die Kantonspolizei Bern im Kanton Bern verhaftet.

Die Staatsanwaltschaft IV für Gewaltverbrechen führt gemeinsam mit der Kantonspolizei Zürich gegen ihn ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Tötung. Sie wirft ihm vor, im Seefeld den unbeteiligten Passanten getötet zu haben.

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