Kontroverse

«Tötet Roger Köppel»: Strassenmagazin Surprise verteidigt sich

Das Plakat um Roger Köppel aus dem Theaterstück «2099» von Philipp Ruch.

Das Plakat um Roger Köppel aus dem Theaterstück «2099» von Philipp Ruch.

«Tötet Roger Köppel» liest sich in einer Graphik in der aktuellen Ausgabe des Strassenmagazins Surprise. Es ist der Beitrag eines Künstlers zum Thema «Was braucht die Schweiz?»

In seiner Sonderausgabe zu den eidgenössischen Wahlen hat das Strassenmagazin «Surprise» Kulturschaffende, Wissenschaftler, NGO-Vertreter und Sozialexperten um Beiträge zur Frage «Was braucht die Schweiz?» gebeten.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat laut blick.ch bereits die Stadtpolizei beauftragt, die Angelegenheit zu prüfen.

Surprise Strassenmagazin

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Der deutsch-schweizerische Kulturschaffende Philipp Ruch (34), der gerade an der Theaterproduktion «2099» arbeitet, hat in diesem Zusammenhang ein polarisierendes Plakat generiert, das in «Surprise» veröffentlicht wurde. Es zeigt Roger Köppels Brille, die zerbrochen unter der Aufschrift «Tötet Roger Köppel» liegt.

Im Theaterstück, das am 19. September im Theater Dortmund, Premiere feiert, reisen fünf Philosophen aus dem Jahr 2099 ins Jahr 2015 und versuchen, Katastrophen des 21. Jahrhunderts ungeschehen zu machen. «Tötet Roger Köppel» ist dabei eine der Forderungen, die das Zukunfts-Team den Figuren von 2015 stellt.

In einer Stellungnahme auf seiner Webseite verteidigt sich das Magazin «Surprise» gegen den Vorwurf des Aufrufs zum Mord. Die Graphik stehe im Zusammenhang mit einem Theaterstück, also einer fiktiven Handlung und könne keinesfalls als tatsächlicher Aufruf zur Gewalt interpretiert werden.

«Surprise» räumt ferner ein, mit dem Beitrag Ruchs zum Nachdenken anregen zu wollen. Die Verkäufer des Magazins seien die Asylsuchenden und die Randständigen, die durch Köppel und seine Anhängerschaft in die Ecke gedrängt würden. In ihrem Alltag würden sie unter der rechtspopulistischen Politik leiden, die gegen sie betrieben würde.

Daher sei es durchaus eine Rolle von «Surprise», die Ausgrenzung der durch Köppel Angefeindeter aus der Gesellschaft zu thematisieren.

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