Zürich
Tödlicher Car-Unfall: So geht es den Verletzten ++ Passagier: «Alle haben geschrien»

Beim heftigen Unfall eines Reisecars sind am Sonntagmorgen eine Frau verstorben und über 40 Menschen verletzt worden, drei davon schwer. Das Wichtigste in fünf Punkten.

Philipp Zimmermann
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Unfall des Reisecars, der von Genua nach Düsseldorf unterwegs war, forderte ein Todesopfer und 44 Verletzte, davon drei Schwerverletzte. Zu diesen drei Schwerverletzten gehören die beiden nicht ortskundigen Bus-Chauffeure. Ein Chauffeur befindet sich noch in Lebensgefahr. Beim Todesopfer handelt es sich um eine 37-jährige Frau aus Italien.
  • Bei den 50 Carinsassen handelt es sich um 27 Männer und 23 Frauen im Alter zwischen 16 und 77 Jahren.
  • Eine Frau, die im Triemlispital behandelt wird, zog sich schwere Brust- und Bauchverletzungen zu, sagt TeleZüri-Reporter Benno Kälin. Passagiere wurden beim Unfall nach vorne geprallt. Andere Passagiere zogen sich Handgelenkbrüche oder in einem Fall einen Schienbeinbruch zu. Leichtverletzte trugen Kopfschwartrisswunden davon, die stark bluten, aber an sich keine schweren Verletzungen darstellen. Bis am Sonntagnachmittag konnten 22 Leichtverletzte das Spital bereits wieder verlassen und ihre Weiterreise antreten.
  • Der Reisecar gehört einem Subunternehmen von Flixbus. Laut dem Unternehmen war er beim Unfallzeitpunkt seit 6 Stunden und 45 Minuten unterwegs. Auf allen Nachtfahrten setze Flixbus zwei Chauffeure ein. "Die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten für unsere Busfahrer gehen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus», schreibt Flixbus auf eine Anfrage von TeleZüri.
  • Die genaue Unfallursache ist unklar. Laut einem Passagier soll der Chauffeur zu schnell gefahren sein. Zum Unfallzeitpunkt war es noch dunkel. TeleZüri-Reporter Michael Lerch, der als einer der ersten an der Unfallstelle war, spricht von "sehr garstigen Wetterverhältnissen". Es schneite stark. Die Sicht war eingeschränkt. "Es war recht rutschig." Allerdings war beim besagten Strassenabschnitt schon zweimal gesalzen worden, wie TeleZüri weiter berichtet. Laut Flixbus ist der Car mit Winterreifen ausgerüstet gewesen. Der Zustand des Fahrzeugs und der Fahrbahn sowie das Verhalten des Chauffeurs sind Gegenstand von Ermittlungen, die von der Kantonspolizei Zürich in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Zürich geführt werden.
  • Ein Passagier erzählt anonym gegenüber TeleZüri, wie er den Unfall erlebt hat: "Der Busfahrer ist meiner Ansicht nach zu schnell in die Kurve gefahren", sagt er. Dann sei es zum Unfall gekommen. Dank den Mauern auf der Seite sei der Bus nicht gekippt. "Am Anfang haben wir Angst gehabt. Alle haben geschrien." Passagiere hätten dann die Scheiben eingeschlagen, um jene mit den schwersten Verletzungen aus dem Bus zu schaffen. "Dann haben wir auf die Ambulanz gewartet."
  • Die Carpassagiere sowie die Chauffeure stammen laut Kantonspolizei aus vielen verschiedenen Ländern. Die Nationalitäten: 16 Personen aus Italien, 10 aus Russland, 5 aus Deutschland, 5 aus Nigeria, 4 aus Kolumbien, 2 aus Albanien und je eine Person aus Rumänien, Jordanien, Ghana, Benin, Bosnien & Herzegowina und der Schweiz sowie 1 Person, deren Nationalität unbekannt ist, im Bus.

Mehr zum Unfall lesen Sie hier.

Die Bilder vom Unfall:

Dieser Reisecar verunfallte auf der Autobahn A3 in Zürich.
12 Bilder
Eine Passagierin verstarb beim Unfall, 44 Personen wurden verletzt, drei davon schwer.
Der Unfall ereignete sich laut Angaben der Zürcher Kantonspolizei kurz vor 4.15 Uhr auf der Anfahrt in die Stadt am Ende des Autobahnzubringers A3W, der auch Sihlhochstrasse genannt wird.
Der Car prallte in die Mauer am Autobahnende.
Der Car von Genua nach Düsseldorf unterwegs, ehe er in Zürich verunfallte.
Der Car gehört einen Subunternehmen des Fernreiseanbieters Flixbus.
Die Verletzten wurden mit Rettungswagen in umliegende Spitäler gebracht. Kinder waren nicht im Bus.
Der Führerstand des verunglückten Cars wurde stark zusammengedrückt.
Die Bergung des Cars gestaltete sich aufwändig, die Polizei setzte einen Kran ein.
Der Kran hebt den verunglückten Bus an.
Der Kran lädt den Unglücksbus auf einen Tieflader.
Langsam senkt der Car den Reisebus auf einen Tieflader zum Abtransport.

Dieser Reisecar verunfallte auf der Autobahn A3 in Zürich.

WALTER BIERI