Bezirksgericht Zürich
Todesfahrt auf der Langstrasse: Vergewaltigte der Fahrer vorher eine Frau?

Der Mann, der vor zwei Jahren in Zürich in eine Menschengruppe gefahren ist, muss sich ab Mittwoch auch wegen Sexualdelikten verantworten. Laut Anklageschrift hat er vor seiner Amokfahrt eine Frau niedergeschlagen und vergewaltigt.

Joshua Villing
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Lambada-Bar an der Langstrasse.

Lambada-Bar an der Langstrasse.

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Frühmorgens am 10. Febraur 2012 fuhr der damals 25-jährige Solothurner Sascha C. im Zürcher Kreis 4 vor der Lambada-Bar in eine Menschengruppe. Dabei wurde ein 39-jähriger Mann sofort getötet, ein anderer Mann lebensgefährlich verletzt. Drei weitere Personen erlitten mittelschwere Verletzungen.

Wie der «Tagesanzeiger» berichtet, muss sich der heute 27-Jährige ab Mittwoch vor dem Zürcher Bezirksgericht wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung, fahrlässiger Tötung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung verantworten.

Amokfahrt an der Langstrasse
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 «Es gab mindestens einen Toten und mehrere Verletzte», sagt René Ruef, Sprecher der Stadtpolizei Zürich.

Amokfahrt an der Langstrasse

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Am Abend vor jener Amokfahrt hatte der Solothurner in eine Zürcher Bar versucht, sich einer Barmaid anzunähern, diese ignorierte seine Annäherungsversuche jedoch. Doch Sascha C. wollte ein Nein nicht akzeptieren. Nachdem sie Feierabend hatte, fing er sie laut Anklageschrift bei der Kreuzung Militär- /Langstrasse ab und schlug ihr mit einer Stahlrute auf den Hinterkopf.

Danach schleppte er sie in die nahe gelegene Wohnung eines Freundes. Dort drohte er ihr, sie umzubringen und vergewaltigte sie mehrfach. Als er sie zwang, mit ihm die Wohnung zu verlassen, um mit ihm an ihren Wohnort im Kanton Luzern zu fahren, gelang ihr schliesslich die Flucht, worauf sich Sascha C. mit einem Alkoholpegel zwischen 0,7 und 1,7 Promille hinters Steuer setzte, um sie zu verfolgen.

Welche Strafe die Staatsanwaltschaft fordert, wird am Mittwoch an der Verhandlung am Bezirksgericht Zürich bekannt gegeben.