Tierschutz
Dem Bienensterben entgegenwirken? Eine neue Fachstelle des Kantons Zürich informiert, was man selbst zuhause tun kann

Beinahe jede zweite heimische Wildbienenart ist ausgestorben. Doch jeder und jede kann auch selbst etwas dagegen unternehmen. Die neue Bienenfachstelle des Kantons Zürich informiert.

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Das Weibchen der Blauen Ehrenpreis-Sandbiene ist nur 7mm gross.

Das Weibchen der Blauen Ehrenpreis-Sandbiene ist nur 7mm gross.

Christine Dobler Gross

Fast die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gilt als bedroht oder bereits ausgestorben. Unterstützung für die wichtigen Bestäuber kann auch auf dem Balkon oder im heimischen Garten geschaffen werden, etwa durch frühblühende Blumen als Nahrungsquelle. Informationen gibt es bei der neuen Bienenfachstelle Kanton Zürich.

Honig- und Wildbienen sind als natürliche Bestäuber von unschätzbarem Wert. Doch vor allem den Wildbienen fehlt es an geeigneten Nahrungspflanzen und Nistplätzen, wie die kantonale Baudirektion am Donnerstag mitteilte.

Die grosse Weiden-Sandbiene ist bereits zwischen Mitte März und Mitte Mai aktiv.

Die grosse Weiden-Sandbiene ist bereits zwischen Mitte März und Mitte Mai aktiv.

Christine Dobler Gross

Um die besorgniserregende Entwicklung der Bienenbestände zu stoppen, sind vor allem die Profis der grünen Branchen gefordert. Doch auch im Siedlungsgebiet kann man den Bienen «unter die Flügel» greifen, wie es in der Mitteilung heisst. Und der Herbst ist die ideale Zeit dafür.

Frühblüher als Nahrungsquellen in kargen Zeiten

Weil einige Wildbienenarten bereits sehr früh im Jahr ausfliegen, sind Blumen wie etwa Krokusse, Blausterne oder Traubenhyazinthen willkommen. Wer jetzt solche Blumenzwiebeln einsetzt, sorgt für eine gute Nahrungsquelle. Und auch Blüten von Sträuchern oder Bäumen bieten wertvolle Nektar- und Pollenquellen. Besonders wertvoll sind Weiden.

Weil die meisten Wildbienen am Boden nisten, empfiehlt sich die Anlage von Sandnistplätzen. Im Handel ist dafür neu Spezialsand erhältlich. Tipps für die Schaffung von Nistplätzen gibt es auf der Homepage der Bienenfachstelle.

Die Mooshummel ist besonders gefährdet und lebt grösstenteils in Zürcher Naturschutzgebieten.

Die Mooshummel ist besonders gefährdet und lebt grösstenteils in Zürcher Naturschutzgebieten.

Christine Dobler Gross

Zur Förderung von Honig- und Wildbienen hat der Kanton 2019 ein kantonales Bienenkonzept erarbeitet. Dazu gehört auch die neu geschaffene Fachstelle. Diese berät neben Fachleuten auch Privatpersonen, die sich für die Bienenförderung engagieren möchten und stellt geprüftes Informationsmaterial zur Verfügung. (sda)

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