Bis vor kurzem sah alles gut aus für das Projekt Schwarzwildgatter. Eine solche Übungsanlage für Jagdhunde will die Schweizerische Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz; in Heurüti schien dafür ein geeigneter Platz zu sein. In Zukunft sollten Hunde aus der ganzen Schweiz dort lernen, wie sie Wildschweine aufstöbern und stellen können, ohne sich oder das Wild zu verletzen. Doch dann protestierten die Tierschützer: «Tierquälerisch» seien diese Übungen, ein regelrechtes «Wildschwein-Guantànamo».

Der Protest scheint sich gelohnt zu haben: «Wir haben das Projekt sistiert», sagt der Elgger Gemeindepräsident Christoph Ziegler. Das Land gehört der Gemeinde; sie entscheidet, ob sie es verpachten will oder nicht. Und mit diesem Entscheid will sie nun zuwarten, bis das Volk über die kantonale Initiative «Wildhüter statt Jäger» abgestimmt hat. «Das Resultat ist ein wichtiger Barometer dafür, wie die Elgger und der ganze Kanton zu diesem Projekt stehen.» Durch eine Annahme der Initiative würde die Jagd abgeschafft, oder dürfte zumindest nur noch von kantonal angestellten Wildhütern betrieben werden. «Es bräuchte also auch weniger trainierte Hunde», sagt Ziegler.

Ein schlechter Zeitpunkt

Die Elgger Behörden lehnen das Projekt aber nicht grundsätzlich ab. Wildschweine seien eine Plage und müssten bejagt werden, sagt Ziegler. «Wir sind froh, wenn dafür Hunde eingesetzt werden, die gut geschult sind.» Aber momentan sei ein schlechter Zeitpunkt für ein solches Projekt, weil die Initiative die Stimmung emotional aufgeladen habe. Das sei anders gewesen, als die kantonale Jagdverwaltung, die den Auftrag des Bundes umsetzen soll, im April zum ersten Mal an die Gemeinde herangetreten ist. «Es wurde uns gesagt, dass keine Einwände aus Tierschutzkreisen zu erwarten sind», sagt Ziegler.

Tierschützer wehrten sich spät

«Wir haben das Projekt den Tierschutzorganisationen ausführlich vorgestellt, da kam keine grundsätzliche Opposition», sagt der Kantonale Jagdverwalter Urs Philipp. «Die Stimmung hat sich erst in den letzten Monaten verändert.» Bei solchen Projekten müsse man immer mit Widerstand rechnen, aber in der Regel komme es zu einer Einigung.

Dass die Initiative in Elgg Verunsicherung ausgelöst hat, könne er nachvollziehen, sagt Philipp. «Das Gatter braucht es aber sowieso, wenn auch nur für professionelle Wildhüter.» Für den Jagdverwalter ist der Entscheid aus Elgg ein herber Rückschlag. Man habe alles gut vorbereitet und die Baubewilligung bereits erhalten. Das Veterinäramt müsste zwar noch eine Betriebsbewilligung erteilen, doch gehe er davon aus, dass alle Auflagen erfüllt werden können.

Einen Plan B gibt es laut Philipp zurzeit nicht. «Wir haben uns voll auf Elgg konzentriert.» Nun werde man die Lage analysieren und natürlich auch mit der Gemeinde in Kontakt bleiben. «Ich hoffe, dass es schliesslich doch noch klappen wird.»