Zürich
Tiefere Gewinnsteuern für langjährige Hausbesitzer

Wer sein Grundstück oder seine Liegenschaft verkauft und dabei einen Gewinn erzielt, muss dem Staat einen Teil des Erlöses abliefern. Die SVP- und FDP-Kantonsräte wollen die Tarife nun anpassen.

Heinz Zürcher
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Langjähriges Eigentum bedeute auch eine langjährige Versteuerung des Grundstücks. Daher müsse eine Herabsetzung der Grundstückgewinnsteuer im Verhältnis zur Eigentumsdauer honoriert werden.

Langjähriges Eigentum bedeute auch eine langjährige Versteuerung des Grundstücks. Daher müsse eine Herabsetzung der Grundstückgewinnsteuer im Verhältnis zur Eigentumsdauer honoriert werden.

Archivbild: Diana Drubig/zvg

Wer sein Grundstück oder seine Liegenschaft verkauft und dabei einen Gewinn erzielt, muss dem Staat einen Teil des Erlöses abliefern. Diese Grundstückgewinnsteuer variiert je nach Höhe des Gewinns und der Dauer des Besitzes. Für Gewinne bis 4000 Franken beträgt die Steuer im Kanton Zürich 10 Prozent, für Gewinne von über 100000 Franken sind es 40 Prozent.

Dieser Steuersatz verändert sich jedoch je nachdem, wie lange man im Besitz eines Grundstücks oder einer Liegenschaft war. Nach acht Jahren reduziert sich im Kanton Zürich die Grundstückgewinnsteuer um 14 Prozent und nach 20 Jahren um 50 Prozent. Wer noch länger Eigentümer war, egal ob nun 21 Jahre oder deutlich mehr, erhält maximal die Ermässigung um die besagte Hälfte.

SVP-Kantonsrätin Maria Rita Marty (Volketswil) und FDP-Kantonsrat Fabian Müller (Rüschlikon) finden diese Tarifstruktur ungerecht. Sie haben eine parlamentarische Initiative eingereicht und verlangen darin, dass langjährige Besitzer beim Verkauf eine höhere Ermässigung erhalten. Ab einer Dauer von 20 Jahren soll sich diese im Gegensatz zu heute kontinuierlich erhöhen: ab 21 Jahren auf 55 Prozent, ab 22 Jahren auf 60 Prozent und in Fünf-Prozent-Schritten immer weiter bis auf 90 Prozent. Ab einer Dauer von 28 Jahren und mehr bliebe der Rabatt bei 90 Prozent.

Langjähriges Eigentum bedeute auch eine langjährige Versteuerung des Grundstücks, schreiben die beiden Kantonsräte in ihrem Vorstoss. Daher müsse eine Herabsetzung der Grundstückgewinnsteuer im Verhältnis zur Eigentumsdauer honoriert werden.

«Andere Kantone wie beispielsweise Glarus handhaben das bereits so», sagt Maria Rita Marty. Beim Vorstoss gehe es ihr vor allem um ältere Eigentümer, die beispielsweise ins Altersheim müssen und ihr Haus oder ihre Wohnung verkaufen. «Fällt die Grundstückgewinnsteuer hoch aus, bleibt am Ende viel weniger übrig vom Verkaufserlös. Unter Umständen ist jemand dadurch viel früher als nötig auf Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen angewiesen.»

Nach Auffassung von Marty sollen dagegen jene Besitzer eine höhere Grundstückgewinnsteuer bezahlen, die ihr Eigentum bereits nach kurzer Zeit wieder verkaufen. Wer es beispielsweise nach fünf Jahren schon veräussert, soll lediglich einen Rabatt von 4 Prozent erhalten. Aktuell beträgt dieser nach fünf Jahren 5 Prozent.