Zurzeit finden in der Roten Fabrik in Zürich-Wollishofen keine Veranstaltungen statt. Stattdessen wird der Clubraum von rund hundert Flüchtlingen und linken Aktivisten besetzt. Seit Samstag haben sie sich in den Räumlichkeiten verbarrikadiert und protestieren gegen die ihrer Meinung nach schlechten Bedingungen in Zürcher Flüchtlingsunterkünften.

Wie ein Asylsuchender gegenüber dem Regionaljournal «Zürich-Schaffhausen» sagte, werde man in Asylunterkünften gefangen gehalten und diskriminiert. Hier sei es besser, nicht aufgrund Bequemlichkeiten, sondern weil sie hier frei seien. «Im dörflichen Asylheim schauen dich alle an wie ein Tier.»

Theaterabend abgesagt

Die Verantwortlichen des Kulturzentrums hegen gewisses Verständnis für die Besetzung des Clubraumes. «Die Rote Fabrik ist dazu da, um politische Auseinandersetzungen miteinander zu führen.», findet Katharina Brevic Huber vom Vorstand gegenüber dem Regionaljournal. Allerdings können die Besetzer nicht ewig bleiben, da der Raum auch anderen zustehe und für Veranstaltungen gebraucht werde.

Konsequenzen erfolten bereits gestern: Auf ihrer Homepage verkündete die Rote Fabrik, dass der Theaterabend abgesagt werden müsse. «Auf Grund der momentanen Besetzung im Clubraum der Roten Fabrik können wir keinen störungsfreien Abend garantieren.» Ironischerweise wäre das Thema der Aufführung Flucht gewesen und die Künstler wollten auf die Verantwortung von Asylgebenden hinweisen.