Manifesta 11
"The Zurich Load": Diese Kunst stinkt bis zum Himmel

Am Kunstfestival sind 130 Künstler aus der ganzen Welt vertreten. Einer unter ihnen gibt bereits im Vorfeld zu Reden - wegen penetranten Gestankes.

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80 Tonnen Zürcher Exkremente sind in diesem Raum ausgestellt.

80 Tonnen Zürcher Exkremente sind in diesem Raum ausgestellt.

Screenshot Twitter: User Norma b

«Kunstwerk bitte nicht berühren. Die leichten Geruchs­emissionen sind Teil des künstlerischen Konzepts und ungefährlich.» Diese Zeilen sind vor dem Eingang eines Ausstellungsraumes im Migros Museum angebracht. Wer sich trotz der Warnung hineintraut, dem schlägt ein übelriechender Geruch entgegen. Grund dafür ist die Kunst des Amerikaners Mike Bouchet.

In der Kläranlage Werhölzli sammelte er Ende März rund 80 Tonnen Klärschlamm, um damit sein Kunstprojekt "The Zurich Load" zu verwirklichen. Das Fäkalienmonster sollte jeden Tag mit Neutralisierungsspray eingenebelt werden, um den Gestank zu bekämpfen. Allerdings scheint dieses Vorhaben nicht auszureichen, wie der "Tagesanzeiger" schreibt. Es rieche so penetrant, dass man den Raum schnellstmöglich verlassen und die Tür hinter sich zusperren wolle.

Neben des Sprays wurden auch grosse Lüftungsrohre installiert, um die verpestete Luft in den Hinterhof des Löwenbräu-Areals an der Limmatstrasse abzuführen. Ganz in der Nähe sind Wohnquartiere angesiedelt. Sie bekommen den Gestank quasi vor die Haustüre geblasen.

Giftige Gase verunsichern Nachbarn

Diese Nachbarn ärgerten sich nicht nur über üblen Geruch, sondern hatten auch Bedenken wegen ihrer Gesundheit und der Hygiene. Selbst die Veranstalter der Manifesta befürchteten, dass das verarbeitete Kot Amoniak ausstossen würde.

Denn als Bouchet den Kot mit Kalk mischte, um die Installation stabiler zu machen, entstand eine chemische Reaktion, welche giftige Gase produzierte. Für Besucher oder Anwohner sei es jedoch nicht gefährlich. Die Luft sei täglich gemessen worden, versicherte Manifesta-Sprecherin Nora Hauswirth dem "Tagesanzeiger": "Der Geruch wird jeden Tag schwächer."

Stadtpraesidentin Corine Mauch, Christian Jankowski, Kurator, und Hedwig Fijen, Direktorin Manifesta, von links nach rechts
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Stadtpraesidentin Corine Mauch, Christian Jankowski, Kurator, und Hedwig Fijen, Direktorin Manifesta, von links nach rechts, sprechen anlaesslich einer Eroeffnungspressekonferenz der Manifesta 11
Eröffnungspressekonferenz zur Manifesta 11.
Blick auf den Pavillon of Reflections vom Zürichseeufer aus.
Tagsüber ist der Pavillon Badi mit Bar, abends Kino.
Manifesta 11: Pavillon of Reflections
Videokünstler Christian Jankowski ist Kurator der Manifesta 11
Für den Pavillon verbauten ETH-Studenten Holz aus Zürcher Wäldern.
Noch ist die Arbeit an der schwimmenden Insel nicht ganz fertig.
Im Inneren wurde das Cabaret Voltaire für die Dauer der Manifesta zum Zunfthaus der Künste umgebaut.
Der Turm macht den Pavillon weitum sichtbar.
Das Holzkonstrukt soll zur Ikone der Manifesta 11 werden, sagen die Veranstalter.
Manifesta-Kurator Christian Jankowski erklärt den Pavillon of Reflections
Das Cabaret Voltaire erhält für die Manifesta einen neuen Erker.

Stadtpraesidentin Corine Mauch, Christian Jankowski, Kurator, und Hedwig Fijen, Direktorin Manifesta, von links nach rechts

Keystone