Demian, 21, aus dem Thurgau und seine Freunde nehmen seit fünf Jahren an der Street Parade teil – jedes Jahr in einem anderen Kostüm. Dieses Jahr verkleidet sich die Gruppe von rund zwanzig Personen als Römer. «Dieses Mal wollten wir ein etwas eleganteres Motto für die Verkleidung und nicht so ‹trashy› wie die meisten der anderen Besucher daherkommen», so Demian. An dem Anlass gefallen ihm vor allem die gute Musik und die Stimmung bei den Partybesuchern.

Leila, 29, und Laurine, 21, aus Freiburg in Deutschland kommen seit sechs Jahren regelmässig an die Street Parade – dieses Jahr als Hippie und Hund verkleidet, wobei Leila ihre Freundin an der Leine führt. Auch dass Laurine soeben von einer Biene in die Lippen gestochen wurde, verdirbt den beiden die Laune nicht verderben. Sie freuen sich auf einen feuchtfröhlichen Abend in den Strassen von Zürich. Nun müssen sie jedoch weiter, denn sie haben sich mit Freunden verabredet.

Ferdinand, 37, und Gabi, 29, sind mit ihren Freunden extra aus Wehr in Deutschland per Car in die Schweiz gereist. Dies jedoch bei weitem nicht zum ersten Mal, so Lennenfelder. Er besucht den Technoevent in Zürich nun schon zum fünften Mal. Ihm und Gabi gefällt besonders die Musik, Techno hören sie schon länger «als die vielen Kiddies», wie sie erklären. Die ausgelassene Stimmung und der hohe Pegel sehen sie als grosses Plus der Parade.

Ramona, 28, aus Olten und Nicole, 31, aus Aarau sind als aufreizende Teufelinnen verkleidet. Das passe gut, denn «ich bin blond und Nicole braunhaarig», so Schäublin. Die beiden Freundinnen gehen jedes Jahr an den Anlass in Zürich und verkleiden sich immer neu. Dabei gingen ihnen die Ideen nie aus. «Die Hauptsache ist, dass wir sexy aussehen», sagt Gardelli. An der Street Parade gefällt Schäublin, dass jeder akzeptiert werde, wie er sei, und dass alle «easy drauf» sind.

Ilenia, 24, aus dem aargauischen Oftringen ist die dritte im Bunde der Teufelinnen. Besonders satanisch an ihrer Verkleidung muten die feuerroten Linsen an, die sie in den Augen trägt. «Ich habe mir die Linsen spontan als Gag gekauft», sagt sie, die sonst keine Brille trägt. Sie liebe die Musik an der Street Parade und zudem komme sie gerne mit den anderen Besuchern ins Gespräch. Für den restlichen Tag wünscht sie sich weiterhin eine gute Stimmung und «viel Party».

Francesco, 26, aus Verona besucht die Technoparty zum zweiten Mal in Folge. Er und seine Freunde tragen allesamt ein T-Shirt mit der Aufschrift: «Did you find Cotelli’s iPhone?» Sein Freund Cotelli hat an der letzten Parade nämlich sein Telefon verloren und sie hoffen, es dieses Jahr wiederzufinden. Für die Italiener geht die Party früher zu Ende als für andere Besucher, denn um 24 Uhr fährt ihr Bus zurück nach Italien – dann werden sie sich von den Strapazen des Tages erholen, sagt Francesco.

Franz, 55, aus Stuttgart geht am liebsten nackt an die Street Parade. Im Moment trage er zwar seine Unterhose noch, doch später am Abend könne er für nichts mehr garantieren, erklärt er. Er komme jedes Jahr nach Zürich, wegen der guten Musik und der Leute, «die hier immer super gut drauf sind». Für den erfahrenen Raver ist die Zürcher Parade jeweils das Highlight der Techno-Saison. Er werde, wie er sagt, bis spät in die Nacht rund ums Seebecken anzutreffen sein.

Flo, 24, aus Schlieren kam zum ersten Mal mit 17 Jahren als Banane verkleidet an die Street Parade. Seitdem schlüpft er jedes Jahr ins selbe Kostüm. «Du siehst ja selbst, wie gut das bei den Leuten ankommt», sagt er. Und tatsächlich bitten ihn während des Gesprächs mehrere Leute um ein gemeinsames Foto. Besonders bei Touristen komme die Verkleidung gut an. Früher habe er noch selber Technoparties veranstaltet, heute kommt er nur noch, «um selbst zu stampfen», sagt er.

Für die Familie Röthlisberger aus Baden ist die Parade in Zürich ein Muss. Zum ersten Mal sind dieses Jahr auch die beiden Kinder mit von der Partie. Die Verkleidung der Aargauer ist dieses Jahr kunterbunt. Sie kommen her, um am See entlang zu schlendern und die anderen Leute und ihre Kostüme zu bestaunen. Eltern wie Kindern gefällt auch die Musik. Ihr Tipp für das Fest: sich gut mit Sonnencreme einstreichen und immer genug trinken. So sei die Hitze am besten erträglich.

Biagio, 30, und Dominik, 31, sind am Morgen aus Baden-Württemberg nach Zürich gereist. Beide sind als «Achilles aus der zwölften Legion der Spartaner» verkleidet. Die Idee sei entstanden, als sie in angeheitertem Zustand auf Ebay nach witzigen Kostümen gesucht hätten. «Wir hatten keine Vision, sondern wollten einfach eine Verkleidung, die auffällt», sagt Abate. Ströbeles Onkel, der in Zürich wohnt, führt die beiden später am Abend an die besten Partys in der Stadt.