Glasfasernetz

Termingerecht fertig: 39'000 Liegenschaften sind nun ans Glasfasernetz angeschlossen

Die Wohnungen und Geschäftsräume in der Stadt Zürich wurden entsprechend mit vier Glasfasern erschlossen. (Archiv)

Die Wohnungen und Geschäftsräume in der Stadt Zürich wurden entsprechend mit vier Glasfasern erschlossen. (Archiv)

Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) hat den Bau des Glasfasernetzes in der Stadt termingerecht abgeschlossen. Auch der Kredit von 400 Millionen Franken wurde nicht überschritten. Somit sind 39'000 Liegenschaften mit 272'800 Nutzungseinheiten an das Stadtzürcher Glasfasernetz ewz.zürinet angeschlossen, 54'000 Anschlüsse mehr als im Jahr 2012 geplant.

«Wir sind stolz, eines der komplexesten Projekte in der Geschichte von ewz termingenau, unfallfrei und innerhalb des Kredits ausgeführt zu haben», wird ewz-Direktor Marcel Frei in einer Mitteilung vom Dienstag zitiert.

Frei zeigt sich auch mit der Auslastung des Glasfasernetzes zufrieden. «Bei der Volksabstimmung im Jahr 2012 gingen wir davon aus, dass der Marktanteil über 30 Jahre langsam auf 14 Prozent anwachsen wird. Diese Schwelle wurde bereits Ende 2018 erreicht und beträgt heute in einigen Quartieren sogar über 20 Prozent.»

Am Bau des Stadtzürcher Glasfasernetzes waren rund 60 Unternehmen mit 1000 Mitarbeitenden sowie Mitarbeitende von ewz und Swisscom beteiligt. Mit dem Glasfasernetz ermöglicht ewz der Bevölkerung den Zugang zu den modernsten Kommunikationsdiensten und öffnet allen interessierten Service-Providern - zurzeit 13 - den diskriminierungsfreien Zugang zum ewz.zürinet.

Langjähriges Projekt

Die ersten Weichen für ultraschnelles Internet, digitales Fernsehen und digitale Telefonie in der Stadt Zürich wurden bereits im März 2007 gestellt. Damals verankerten die Stadtzürcher Stimmberechtigten mit einem Ja-Anteil von 64,9 Prozent die Telekommunikation als Aufgabe der öffentlichen Hand in der Gemeindeordnung.

Gleichzeitig bewilligten sie einen Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für die Erschliessung erster Zellen der Stadt Zürich mit Glasfasern. Durch den Entscheid der Stadt für ein ewz-Breitbandnetz hat die Swisscom ihre Kupferkabel-Strategie angepasst und ebenfalls begonnen, ein Glasfasernetz zu bauen.

Um den Bau von parallelen Glasfasernetzen zu vermeiden, haben sich ewz und Swisscom daraufhin auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Deshalb musste der bestehende Leistungsauftrag angepasst und den Stimmberechtigten im September 2012 ein Objektkredit von rund 400 Millionen Franken vorgelegt werden. Dieser wurde mit 64,8 Prozent deutlich angenommen.

Die Glasfasererschliessung hat sich durch den angepassten Leistungsauftrag und der Kooperation mit Swisscom von einem wirtschaftlichen Projekt zu einem langfristigen Infrastruktur- und Service-Public-Projekt gewandelt, vergleichbar mit der Stromnetz- oder Wasserversorgungs-Infrastruktur, jedoch ohne jegliches Monopol.

Die Kooperationspartner hatten sich die Ausbaugebiete in der Stadt Zürich aufgeteilt - ewz rund 75 Prozent, Swisscom rund 25 Prozent. Die Investitionskosten wurden zu 40 Prozent von ewz und zu 60 Prozent von Swisscom getragen.

Um eine koordinierte Vorgehensweise bei der Glasfasererschliessung in der Schweiz zu gewährleisten, berief die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) einen runden Tisch ein, an dem sich die teilnehmenden Telekommunikationsunternehmen sowie die Stadtwerke auf ein Mehrfasersystem für die Schweiz einigten.

Die Wohnungen und Geschäftsräume in der Stadt Zürich wurden entsprechend mit vier Glasfasern erschlossen. So haben Swisscom und ewz gleichzeitig Zugang zur Glasfaser-Steckdose in der Wohnung oder im Geschäft.

Synergien mit dem Stromnetz nutzen

Seit Anfang Januar 2020 gilt für den Anschluss von Neu- und Ersatzbauten an das Glasfasernetz, dass ewz für den Abschnitt vom Interkonnektionspunkt bis zum Hausanschluss im gesamten Stadtgebiet zuständig ist. Da jeder Neubau auch ans Stromnetz angeschlossen wird, werden damit Synergien genutzt.

Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer haben sich künftig an den Kosten für den Anschluss an das Glasfasernetz zu beteiligen. Diese betragen pauschal pro Gebäude 2500 Franken und pro Nutzungseinheit 100 Franken. Für die Gebäudeverkabelung ist die Eigentümerschaft zuständig. Der Zürcher Stadtrat hat im September 2019 ein Reglement erlassen, das die Konditionen dafür festlegt.

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