Kantonspolizei Zürich
Telefonbetrüger: Mit diesen Vornamen sind Sie besonders gefährdet

Neuerdings warnt die Kantonspolizei Zürich gezielt vor Telefonbetrügern. Besonders betroffen sind demnach ältere Frauen, welche Vornamen tragen, die seit den 1950er-Jahren an Popularität eingebüsst haben.

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Die Betrüger zielen hauptsächlich auf ältere Frauen. (Symbolbild)

Die Betrüger zielen hauptsächlich auf ältere Frauen. (Symbolbild)

Keystone

In den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres gingen bei der Polizei bereits über 500 Meldungen wegen Betrugsversuchen ein. Das sind mehr als im gesamten vergangenen Jahr. In beiden Jahren wird die Dunkelziffer auf rund 2500 Fälle geschätzt. Offenbar melden sich die Opfer inzwischen aber deutlich öfter. Das sei ein gutes Zeichen, wie die Polizei gegenüber dem "Tages-Anzeiger" sagt.

Mit einer neuen Strategie der Namensnennung will man die Zahl der erfolgreichen Delikte weiter senken. Die Kantonspolizei Zürich schreibt diese Woche auf Twitter: "Zurzeit rufen Betrüger unter anderem Personen mit Vornamen Adele, Irma, Renate, Ellen sowie Edith an. Sie sprechen Hochdeutsch und geben sich als Polizisten aus. Betroffen ist der ganze Kanton Zürich." Auch die Stadtpolizei Winterthur warnte kürzlich: "Bei den Opfern handelte es sich durchwegs um Frauen mit dem Vornamen Elisabeth!"

Beuteschema ersichtlich

Man wolle damit gezielt warnen und sensibilisieren, so Marc Besson, Sprecher der Kantonspolizei zum "Tages-Anzeiger". Nach dem ersten Monat zeigt man sich zufrieden. Weil derzeit viele Fälle gemeldet würden, könnten Taten verhindert werden.

Durch die polizeilichen Warnungen wird das Beuteschema der Betrüger ersichtlich. So handelt es sich ausschliesslich um Frauennamen, und zwar solche, die vor allem vor den 1950er-Jahren populär waren. Möglicherweise erhoffe sich die Täterschaft bei Frauen mehr Erfolg, bestätigt Besson. Zudem passe es zur Masche der Trickbetrüger, die auf ältere Menschen zielen. Letztes Jahr waren die Opfer durchschnittlich 76 Jahre alt, heuer gar 80 Jahre.

Kurzzeitige Hotspots

Trotz aller Warnungen waren die Betrüger im Kanton Zürich bisher bereits viermal erfolgreich und erbeuteten dabei insgesamt fast 300'000 Franken. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet ist dies etwa gleich viel wie im Vorjahr, als die Polizei 19 Fälle mit einer Beute von insgesamt rund zwei Millionen Franken verzeichnete.

Aktiv sind die Telefonbetrüger im gesamten Kanton. Dabei gibt es gemäss der Polizei immer wieder kurzzeitige Hotspots in bestimmten Gegenden. War im letzten Jahr die Goldküste besonders betroffen, trifft es im laufenden Jahr bisher vor allem die grösseren Städte. Am seltensten waren die Betrugsversuche im Bezirk Affoltern. Der grösste Irrglaube wäre laut Polizei allerdings, zu denken: «Mir kann so etwas nicht passieren.»

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