Zürich

Teilzeit-Boom: Swiss-Piloten als Lokführer tätig

Die Gewerkschaft Aeropers wirft der Swiss schlechte Arbeitsbedingungen vor und warnt vor Übermüdung.

Die Gewerkschaft Aeropers wirft der Swiss schlechte Arbeitsbedingungen vor und warnt vor Übermüdung.

Die Anzahl Teilzeit arbeitender Piloten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet. «Waren es 2006 noch 24 Prozent, so sind es heute zirka 34 Prozent», sagt Mario Achermann von der Piloten-Gewerkschaft.

Viele Piloten gehen zudem einer zweiten Tätigkeit nach. Die Berufe abseits der Lande- und Startpisten sind vielfältig. Wie «Der Sonntag« schreibt, gibt es einen Piloten, der auch als Bauer arbeitet und einen, der bei einer regionalen Bahn als Lokführer tätig ist. Am häufigsten arbeiten die Teilzeit-Piloten in der Flugbranche, zum Beispiel als Fluglehrer oder als ehrenamtliche Rundflug-Piloten.

Schlechte Arbeitsbemühungen und Übermüdung

Diese Entwicklung ist brisant. Denn: Die Gewerkschaft Aeropers wirft der Swiss schlechte Arbeitsbedingungen vor und warnt vor Übermüdung. Swiss-Chef Harry Hohmeister entgegnet jedoch im «Sonntag»: «Vielleicht kommt ja die angebliche Übermüdung nicht nur vom Fliegen, sondern auch von anderen Beschäftigungen.» Mit dieser Äusserung sorgt Hohmeister bei der Aeropers für Aufruhr - vor allem in Hinblick auf die laufenden Verhandlungen für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Laut Gewerkschaft arbeiten immer mehr Piloten Teilzeit, weil sie so ihre eingegebenen Ferientage früher bestätigt erhalten. Bei einem 100-Prozent-Pensum sei dies viel schwieriger.

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