Bistum Chur
"Technische Probleme": Huonder praktizierte Internet-Abstinenz

Wer sich im Internet über die neusten Nachrichten aus dem Bistum Chur informieren will, lief bis Donnerstagnachmittag ins Leere. Besteht ein Zusammenhang zu der neusten Kontroverse um den Churer Bischof Vitus Huonder?

Florian Schmitz
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War für zwei Tage nicht im Internet auffindbar: Bischof Huonder.

War für zwei Tage nicht im Internet auffindbar: Bischof Huonder.

Zur Verfügung gestellt

Wer heute Donnerstag versuchte, die Stellungnahme von Bischof Vitus Huonder zu seiner neusten Kontroverse auf der Homepage des Bistums Churs zu lesen, landete auf einer leeren Seite mit einer Fehlermeldung. Auf Anfrage bestätigt eine Sprecherin des Bistums die technischen Probleme und sagte, die Swisscom arbeite an einer Lösung. Seit Donnerstagnachmittag ist die Homepage nach zweitägigem Ausfall wieder erreichbar.

Das Bistum Chur erklärt die Funkstille

«Wegen technischen Problemen seitens unseres Providers (Swisscom) war unsere Homepage in den letzten zwei Tagen nicht erreichbar. Immer noch betroffen von den Problemen ist der Mailverkehr. Dringende Mails können an die E-Mailadressebistum.chur[at]gmail.com geschickt werden. Wir hoffen, dass die Probleme möglichst bald behoben sind.»

Chur, 13. August 2015, Bischöfliche Kanzlei Chur

Die ebenfalls betroffenen Mailadressen funktionieren gemäss einer Meldung auf der Internetseite weiterhin nicht. In einer E-Mail mit der offiziellen Erklärung zu den Äusserungen von Bischof Huonder schreibt der Churer Bistumssprecher Guiseppe Gracia heute morgen, dass ein Hackerangriff als Ursprung der Probleme nicht ausgeschlossen werden könne.

Die Schwulenorganisation «Pink Cross» twittert die abgeschaltete Website.

Die Schwulenorganisation «Pink Cross» twittert die abgeschaltete Website.

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Denn der Zeitpunkt ist brisant. Heute äusserte sich der Churer Bischof Vitus Huonder erstmals öffentlich über die neuste Kontroverse, die er vor zwei Wochen bei einem Vortrag im deutschen Fulda ausgelöst hat. In seinen Äusserungen zitierte Huonder zwei Textpassagen aus dem alten Testament, wonach Homosexualität eine Gräueltat sei, die mit dem Tod bestraft werde.

Neben dem heute erschienenen Interview im "Blick" richtete sich Huonder auch in einem Schreiben an seine Mitarbeiter und die Bischoffskonferenz. Seine eher zurückhaltende Entschuldigung, in der er nicht von seiner harten Linie abweicht, dürfte die Gemüter allerdings kaum besänftigen.