Stau
TCS lanciert Standes-Initiative gegen Stau im Kanton Zürich

Der TCS will dem Stau nicht mehr länger zuschauen. Mit einer Standesinitiative soll der Kanton Zürich beim Bund Druck ausüben, damit sechs Autobahn- und Schnellstrassenstrecken ausgebaut werden.

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Die Baustelle auf der Hardbrücke in Zürich (Archiv)

Die Baustelle auf der Hardbrücke in Zürich (Archiv)

Keystone

Die Initianten der kantonalen Volksinitiative «Stau weg!» wollen dadurch die Verkehrsstaus rund um Zürich vermindern. Die Zürcher Sektionen des Touring- und des Automobilclubs (TCS und ACS), der Zürcher Gewerbeverband sowie FDP und SVP haben am Dienstag die Abstimmungskampagne für die Initiative eröffnet. Die Stimmberechtigten werden darüber am 27. November entscheiden.

Die Initiative verlangt, bis zum Jahr 2025 mit Autobahnausbauten die Stausituation im Wirtschaftsraum Zürich zu verbessern. Weil der Bund für die Autobahnen zuständig ist, soll der Kanton Zürich eine entsprechende Standesinitiative einreichen. Der Zürcher Kantonsrat hat die «Stau weg!»-Initiative abgelehnt. Auch ein von der vorberatenden Kommission erarbeiteter Gegenvorschlag war im Kantonsrat chancenlos. Diese Ablehnung bezeichnete FDP-Kantonsrat Alex Gantner am Dienstag als «Schlag ins Gesicht».

Mehr Strassen für weniger Abgase

Die täglichen Staus rund um Zürich verursachten laut einer Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) jährliche Kosten von 80 bis 140 Millionen Franken. Zudem machten Staus den Wirtschaftsraum Zürich unattraktiv und schädigten die Umwelt durch erhöhten Abgasausstoss.

Reto Cavegn, Geschäftsführer der TCS Sektion Zürich, betonte, die Verkehrsbelastungen auf den Strecken, die ausgebaut werden sollten, sei so hoch, dass die Staus am Gotthard dagegen «ein Klacks» seien. Tatsächlich stünden im Wirtschaftsraum Zürich alle Fahrzeuge zusammen täglich 7000 Stunden im Stau. Allerdings konnte er nicht sagen, um wieviele Fahrzeuge es sich dabei handelt.

Regierung soll sich stärker für Strassenbau einsetzen

Der Kantonsregierung attestierte Caveng mangelnden Einsatz beim Bund, um die im kantonalen Richtplan enthaltenen Strassenausbauten durchzusetzen. Andere Kantone wie der Aargau und Graubünden zeigten, was mit einem gemeinsamen Einsatz von Regierung und Parlament möglich sei. Da aber auch den Initianten klar sei, dass es bis 2025 nicht möglich sein werde, alle geforderten Ausbauten in die Tat umzusetzen, fordere man zusätzlich Entlastungsmassnahmen. Dazu gehöre beispielsweise die Öffnung der Pannenstreifen für den rollenden Verkehr in Stauzeiten.