In Bülach bieten am kommenden Wochenende rund dreissig Essensstände im Rahmen des "Sri Lanka Cultural Trade and Food Festival" exotische Speisen an. Desweiteren sind auch Auftritte von traditionellen Trommlern und Tanzgruppen geplant. Doch nicht alle freuen sich über den geplanten Anlass.

"Das Food-Festival wird von der sri-lankischen Regierung organisiert", sagt Kuruparan Kurusamy vom Schweizerischen Volksrat der Eelam-Tamilen (SCET) zur "NZZ". In einer Mitteilung, die schweizweit verschickt wurde, empört sich der Volksrat über die "weltweite Propaganda und Imagepflege", welche die sri-lankesische Regierung damit verfolge.

Die wahre Absicht bestehe jedoch darin, die internationale Öffentlichkeit darüber hinwegzutäuschen, dass sie die vom UNO-Menschenrechtsrat angeordnete Untersuchung wegen Menschenrechtsverletzungen zu verhindern sucht. "Die angeblich neutrale Werbeveranstaltung in Bülach will in der schweizerischen Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, dass in Sri Lanka Friede herrscht und alles in Ordnung ist", heisst es in der Mitteilung weiter.

Verstärkte Polizeipräsenz

Mit einer Kundgebung vor dem Rathaus in der Altstadt wollen sie dagegen protestieren. Die Bülacher Polizei teilt auf Anfrage mit, dass diese zwar bewilligt worden sei, aber klar getrennt vom Fest stattfinden solle und unter verstärkter Polizeipräsenz beobachtet werde. 

"Ich bin sehr traurig, dass es zu dieser Kundgebung gegen das Food-Festival kommt", sagt Vidarshana Munasinghe, Veranstalter des Food-Festivals und Honorarkonsul von Sri Lanka in Zürich zur "NZZ". Die Veranstaltung habe einerseits nichts mit der Regierung zu tun, andererseits würden die meisten Essens- und Marktstände von Tamilen geführt.

Hintergrund des Protests ist der von 1983 bis 2009 dauernde Bürgerkrieg, in welchem tamilische Separatisten um Unabhängigkeit kämpften. Der blutige Konflikt kostete nach Schätzungen 80'000 bis 100'000 Personen das Leben. 2015 beschuldigte der UN-Menschenrechtsrat beide Konfliktparteien schwerer Menschenrechtsverstösse und forderte die Untersuchung der Verbrechen durch ein internationales UN-Tribunal. Die Regierung Sri Lankas lehnte dies jedoch ab. (sme)