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Tamedia führt Online-Bezahlschranke ein – noch 20 Artikel gratis pro Nutzer

Das Onlineportal des Tages-Anzeigers führt eine Bezahlschranke ein.

Das Onlineportal des Tages-Anzeigers führt eine Bezahlschranke ein.

Gratis Zeitung lesen im Internet: Damit ist jetzt auch beim «Tages-Anzeiger» Schluss. Was die «NZZ» bereits kennt, hat nun auch der Tamedia-Verlag für den «Tagi» eingeführt: die Bezahlschranke oder Paywall.

Die Bezahlschranke für den "Tages-Anzeiger" wurde seit Montagabend schrittweise aufgeschaltet, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Dienstag auf Anfrage sagte. Die Online-Produkte sind damit nur noch beschränkt kostenlos zu konsumieren.

Nach einer bestimmten Anzahl Artikel in einem Kalendermonat geht die "Wand" hoch. Wer am Dienstagmorgen auf tagesanzeiger.ch surfte, dem erschien beispielsweise nach zwölf Texten ein Fenster im Browser: "Sie haben 12 von monatlich 20 kostenlosen Artikeln gelesen." Nach 20 Artikeln ist dann ein Abonnements-Abschluss fällig.

Wer die gedruckte TA-Ausgabe abonniert hat, kann sich laut Zimmer mit den eigenen Abodaten anmelden. Es werden aber auch reine Digital-Abos angeboten.

Wer im Netz – beispielsweise via Facebook – auf TA-Artikel stösst, habe darauf weiterhin gratis Zugriff. Wie sich die Bezahlschranke bewährt, bleibt abzuwarten. Erste Erkenntnisse lägen frühestens in ein paar Monaten vor, sagte Zimmer.

Im Verlauf der nächsten anderthalb Jahre will Tamedia die Paywall auch für die übrigen Tageszeitungen einführen. Zunächst wird "Der Bund" das System einführen. Danach folgen auch Zeitungen wie die "Berner Zeitung", "Le Matin", "Tribune de Genève" und "24 heures".

Tamedia stellt für iPhone- und iPad-Nutzer des "Tages-Anzeiger"-Angebots neue Apps zur Verfügung. Eine neue App für Android-Smartphones wird in den nächsten Wochen folgen.

Die gedruckte Ausgabe des "Tages-Anzeigers" und die Nachrichtenplattform tagesanzeiger.ch kommen seit ein paar Tagen in einem einheitlichem Erscheinungsbild daher. Neu haben Online- wie auch Print-Artikel mit wertenden Elementen graue Titel.

Wenn zu Artikeln in der Printausgabe digitale Zusatzangebote verfügbar sind, steht am Textende ein quadratisches Pixelzeichen (QR-Code). Wer dieses mit dem Smartphone, auf dem ein QR-Code-Reader installiert ist, abfotografiert, gelangt auf die Internetseite mit dem multimedialen Mehrwert. Das Abtippen einer Webadresse entfällt somit. Mit dem Computer kann wie bisher der Link angeklickt werden.

Erweitert wird auch das Leserforum der Zeitung. Es werden nicht mehr nur Leserbriefe abgedruckt, die per Post oder Mail auf die Redaktion gelangen. Berücksichtigt werden auch Onlinekommentare und Beiträge auf Facebook und Twitter. Zudem wird eine Auswahl von Blogs von tagesanzeiger.ch in der Printausgabe publiziert.

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