Wädenswil
SVP-Regierungsrat Stocker enthüllt Porträt – erster Versuch war "missglückt"

Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) hat am Freitag sein Porträt für die Ahnengalerie enthüllt. In der Entstehung lief nicht alles wie geplant.

Andrea Schmider
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Mit oder ohne Krawatte? Eine Frage, die den Künstler Robert Honegger bei der Gestaltung des Porträts von Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) beschäftigte. Moritz Hager

Mit oder ohne Krawatte? Eine Frage, die den Künstler Robert Honegger bei der Gestaltung des Porträts von Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) beschäftigte. Moritz Hager

ZSZ

Jeder Zürcher Regierungsrat hält am Ende seines Präsidialjahres mit einem Porträt Einzug in die Ahnengalerie im Walcheturm. Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) aus Wädenswil hat am Freitag sein Bildnis im Kreis der Familie enthüllt. Er hätte sich vor vielen Jahren, als er an den Porträts vorbeischlenderte, nicht vorstellen können, dass er einst zwischen «all diesen erlauchten Personen» hängen würde, sagt Stocker. Nun habe ihn die Tradition eingeholt. Bis zur Entstehung des Bildes habe es aber noch einige Hindernisse zu überwinden gegeben: einen passenden Künstler zu finden und nicht tagelang Modell sitzen zu müssen.

Livezeichnung missglückt

Auf den Oberriedner Künstler Robert Honegger ist Stocker durch dessen Darstellung der Bundesräte im «Tages-Anzeiger» aufmerksam geworden. «Für ihn sprach obendrein, dass er wie ich ein Seebueb vom linken Seeufer ist», sagt der Finanzdirektor. Der Gerichtszeichner Honegger präferiert Livezeichnungen, deshalb habe er einen ersten Entwurf von Stocker im Rathaus gewagt. «Missglückt», sagt er. Die Distanz zum Modell sei zu gross gewesen. Daher musste schliesslich eine Fotografie des 62-jährigen Finanzdirektors als Vorlage dienen.

Auf dem Bild sitzt der Porträtierte an seinem Bürotisch, hat ein gelbes Dossier vor sich und hält einen dampfenden Kaffee in der Hand. Dass das Bild auf einem Foto beruht, liess der Künstler an der lockeren Art erkennen, in der Stocker seine Kaffeetasse hält. «In dieser Haltung könnte niemand stundenlang verweilen», erklärt Honegger.

Eine dezente Kuh

Ganz dezent im Hintergrund sieht der aufmerksame Betrachter das Gemälde einer Kuh. Dieses Detail sei ein bewusst eingefügter Hinweis auf seine Herkunft, erklärt der ehemalige Landwirt Stocker. Sie begleite ihn, seit er vor sieben Jahren «ins Amt der Volkswirtschaft» gewählt worden sei.

Nur geringfügig driften Regierungsrat Stocker aus Fleisch und Blut und sein Porträt in Öl auseinander. Der auffälligste Unterschied: Stocker trägt auf dem Porträt keine Krawatte. Honeggers Freundin meinte, das sehe zu sehr nach FDP aus, deshalb habe er sie weggelassen. Er könne sie aber noch hinzufügen, sagt der Künstler, nimmt kurzerhand seine eigene ab und hält sie dem gemalten Stocker vor die Brust.

Wichtiger als die Krawattenfrage war Stocker aber, dass seine Frau ihn auf dem Bild wiedererkennt. Mission erfüllt: Lobend hervorgehoben wird von den Anwesenden, unter ihnen Stockers Frau, die Ähnlichkeit des Gemäldes mit dem Original. «Der Blick, der leicht verschmitzte Ausdruck – das passt», hält seine Schwester und Hüttner Gemeindepräsidentin Verena Dressler (parteilos) fest.