Im Entwurf des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL) ist der Südstart geradeaus bei Bise oder bei Nebel vorgesehen. Der Zürcher Regierungsrat will ihn, wie er in seiner Stellungnahme festhielt, indes nur bei "echter Bise" zugelassen sehen, bei Nebel lehnt er ihn ab. Voraussichtlich in diesem Sommer wird der Bundesrat den SIL verabschieden.

Doch was würde das neue Bisen- und Nebelkonzept konkret bedeuten, fragte ein SP-Kantonsrat nach. Der Regierungsrat hält fest, dass insbesondere in den Städten Zürich, Dübendorf und Opfikon mehr Personen durch Lärm gestört würden. Er erwartet, dass der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) hier eine "deutliche Zunahme" zeigen würde.

Gemäss Angaben des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL), an welches die Zürcher Regierung die Anfrage weitergeleitet hat, wäre das Bisenkonzept in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich an rund 28 Tagen im Jahr zur Anwendung gelangt. Zudem herrschten an durchschnittlich ebenfalls rund 28 Tagen Nebelsituationen vor, die sich aber meist auf ein paar Morgenstunden beschränkten.

"Pro Monat wären durchschnittlich rund 300 Starts bei Bise und etwas mehr als 160 Starts bei Nebel zu verzeichnen gewesen", zitiert der Regierungsrat das BAZL. Jährlich ergäben sich so knapp 6000 Starts, die geradeaus über den Süden abgewickelt würden.

Diese haben auf den rechtlich relevanten Lärm kaum Auswirkungen: Gemäss Lärmschutzverordnung wird jeweils ein Dauerschallpegel über ein ganzes Jahr erhoben, hält das BAZL fest. In diesen Mittelwerten würden sich die nicht täglich genutzten neuen Flugrouten bei Bise und Nebel kaum niederschlagen - auch wenn sie an "spezifischen Tagen" wahrnehmbar seien.