Kanton Zürich
Suchtpräventionsstelle berät ältere Migranten mit spezifischem Angebot

Die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr ein neues Angebot entwickelt. Es richtet sich speziell an Senioren mit Migrationshintergrund.

Merken
Drucken
Teilen
Viele ältere Menschen - ob Schweizer oder Migranten - riskieren, in eine Sucht abzugleiten. (Symbolbild)

Viele ältere Menschen - ob Schweizer oder Migranten - riskieren, in eine Sucht abzugleiten. (Symbolbild)

Aargauer Zeitung

Viele ältere Menschen - ob Schweizer oder Migranten - riskieren, in eine Sucht abzugleiten. Vor allem sind dies Alkohol, Nikotin und Medikamentensüchte. Betagte sind mehr als Junge mit Krankheiten konfrontiert, erleben mehr Verluste, können unter Ängsten, aber auch unter Gefühlen der Einsamkeit oder Nutzlosigkeit leiden. All dies begünstigt die Entwicklung von Süchten.

Viele Migrantinnen und Migranten werden zudem belastet von noch stärkerer Isolation, Finanzknappheit oder Heimweh. Sie nutzen erfahrungsgemäss besehende Angebote wie Beratungsstellen und andere Pro-Senectute-Dienstleistungen weniger. Für sie hat nun die Suchtpräventionsstelle ein neuen Femmes-Tisch-Modul entwickelt.

Eigens geschulte Moderatorinnen und Moderatoren übermitteln ihrem jeweiligen Kulturkreis Strategien sowie Informationen über Schutz- und Risikofaktoren, wie es im Jahresbericht heisst. Damit können diese schwer erreichbaren Zielgruppen besser angesprochen werden.

Mehr Eltern erreicht

Insgesamt hat die Suchtpräventionsstelle im vergangenen Jahr 6759 Personen mit suchtpräventiven Angeboten erreicht, wie es im Jahresbericht heisst. Ein Drittel (2177) waren Kinder und Jugendliche, 1800 davon besuchten die Volks-, Mittel- oder Berufsschule. 2485 Eltern konnten erreicht werden, gut 600 mehr als im Jahr zuvor.

Bei 117 Alkohol-Testkäufen in der Stadt Zürich erhielten die eingesetzten Jugendlichen 42 mal (36%) das Gewünschte. Bei 25 Tabak-Testkäufen wurde dreimal Raucherwaren an Jugendliche verkauft.

Im Jahr 2013 verfügte die Suchtpräventionsstelle über 920 Stellenprozente. Der Nettoaufwand belief sich auf knapp 1,4 Millionen Franken.