Das Sturmtief «Niklas» zieht durch die Schweiz, reisst Bäume und Bauabschrankungen mit sich, blockiert Strassenabschnitte und Teile des öffentlichen Verkehrs. Auch im Kanton Zürich sorgte der starke Wind für Zerstörung und Chaos. Allein am Vormittag gingen bei der Kantonspolizei Zürich mehr als 30 Meldungen über Sturmschäden ein.

In Bubikon verletzte ein umstürzender Baum eine Autofahrerin. Die 57-jährige Lenkerin musste ins Spital gebracht werden.

An der Zürcher Bahnhofstrasse wurde eine Passantin von einer umherwehenden Baustellenabdeckung am Kopf getroffen und leicht verletzt. In Oerlikon wurde eine Frau von einem herabstürzenden Dachziegel gestreift.

Zudem riss der starke Wind ein halbes Kirchendach los. Im Stadtteil Hottingen im Zürcher Kreis 7 stürzte ein rund 20 auf 30 Meter grosses Stück des Kupferdachs der «Ersten Kirche Christi Wissenschafter Zürich» auf die Strasse und begrub drei parkierte Autos unter sich.

Ein weniger dramatisches,  wenn auch nervenaufreibendes Problem stellt sich den Anwohnern des Zürcher Kreis' 6: «Niklas» fällt hier genau mit der Kartonsammlung zusammen.

Windböen, die Äste abzureissen vermögen, machen auch vor gestapelten Kartons nicht Halt. Dementsprechend sah es am Vormittag in den Strassen der Quartiere Ober- und Unterstrasse aus. Kartonfetzen, zerrissene Verpackungen und Teile von Kartonschachteln lagen verstreut auf den Trottoirs des Quartiers und wurden auf die vielbefahrene Kreuzung am Schaffhauserplatz geweht.

«Aus diesem Grund ist es wichtig, den gesammelten Karton sauber gebündelt und geschnürt bereitzustellen und nicht lose in Papiertragetaschen zu verstauen», wie die Medienverantwortliche von Entsorgung und Recycling Zürich auf Anfrage betont. Fest verschnürte Bündel würden kaum auseinandergerissen und müssten daher auch nicht mühsam zusammengesucht werden.

Dies ist, sollten einzelne Teile weiter als 3 Meter von der jeweiligen Sammelstelle entfernt zu liegen kommen, nicht mehr Aufgabe der Teams von Entsorgung und Recycling Zürich. In Folge schwieriger Wetterbedingungen können hierfür weder mehr Arbeitskräfte, noch grössere Kosten für die Entsorgung aufgebracht werden.

Anders sieht dies wohl für die Versicherungen aus. Wie hoch die durch «Niklas» verursachten Sachschäden ausfallen, bleibt abzuwarten.

Der Sturm ging auch an den Stromleitungen nicht spurlos vorüber. Umstürzende Bäume beschädigten Freileitungen und schnitten im Limmattal und im Zürcher Oberland rund 800 Kunden der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) von der Stromversorgung ab. Die längste der 15 Störungen dauerte fünf Stunden, wie die EKZ in einer Mitteilung schreibt. mak/sda)