«Keine Uni nur für Reiche» und «Studiengebühren mal zwei, wir sagen nein», skandierten die Studierenden vor dem Saal des Bildungsrates und forderten diesen auf, sich der Diskussion zu stellen. Der Aufruf verhallte jedoch ungehört; die Mitglieder des Bildungsrates waren bereits ausser Haus.

Auf der Traktandenliste des Uni-Leitungsgremiums stand am Montag unter anderem eine Erhöhung der Studiengebühren. Über den Entscheid werde Bildungsdirektorin und Präsidentin des Bildungsrates, Regine Aeppli, am Donnerstag informieren, sagte Uni-Sprecher Beat Müller auf Anfrage.

Laut den Studierendenorganisationen hat Aeppli dem Bildungsrat eine Erhöhung der Studiengebühren um 160 Franken pro Jahr beantragt. Das würde knapp 4,5 Millionen Franken mehr einbringen. Mit Blick auf das Budget der Universität sei das ein kleiner Betrag, mit Blick auf das Budget der einzelnen Studierenden eine Belastung, hiess es an der Kundgebung.

Schon heute müssten rund 80 Prozent der Studierenden einen Nebenjob annehmen, damit sie ihr Studium finanzieren könnten. Viele Studentinnen und Studenten lebten unter der Armutsgrenze.

Harsche Kritik an Zürcher Bildungsdirektorin

Scharf kritisiert wurde SP-Bildungsdirektorin Regine Aeppli. Ihr wurde vorgeworfen, das Versprechen von 2009 nicht eingehalten zu haben. Nach der wochenlangen Besetzung von Uni-Räumen habe sie damals den Studierenden versprochen, sich gegen eine Erhöhung der Gebühren einzusetzen.

«Wir können Aeppli nicht mehr trauen, wir müssen uns selber helfen», hiess es an der Protestveranstaltung. Die Demo am Montag sei erst der Anfang gewesen, sagte ein Sprecher der Organisation Uni von Unten. Bereits am kommenden Donnerstag wollen die Studierenden an einer Vollversammlung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Neben dem Verzicht auf eine Studiengebührenerhöhung fordern die Studierendenorganisationen ein Mitbestimmungsrecht im Bildungsrat, um auch bei der Gestaltung der Studiengebühren mitreden zu können.

Zum Abschluss der Kundgebung zogen die Studierenden vor die Bildungsdirektion und forderten lautstark Regierungsrätin Regine Aeppli heraus. Doch diese liess sich nicht blicken, worauf die Kundgebung aufgelöst wurde.

Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle. Vereinzelt kam es zwar zu Verkehrsbehinderungen, doch griff die Polizei nicht ein.