Zwei Dachverbände, die über 100'000 Studentinnen und Studenten vertreten, haben ein 19 Seiten umfassendes Positionspapier erarbeitet sowie einen zweiseitigen Forderungskatalog verabschiedet. Diesen übergaben Vertreter der Studierenden am Montag in Zürich, Fribourg, Bern, Genf und Lausanne den jeweiligen Hochschulverantwortlichen.

Damit wollen der Verband Schweizer Studierendenschaften (VSS) und der Schweizer Verband Studentischer Organisationen für Nachhaltigkeit (VSN) den Hochschulleitungen und der Politik Druck machen.

Denn die Studierenden engagieren sich seit Jahren für nachhaltige Entwicklung. Dies allein reiche nicht aus: Das Engagement müsse "nicht nur wahrgenommen, sondern auch gefördert und tatkräftig unterstützt" werden, wie es in dem Positionspapier heisst.

Zukunftsweisende Ideen erproben

"Die Hochschulen tragen grosse gesellschaftliche Verantwortung", sagte VSN-Präsidentin Myriam Ait-Yahia bei der Präsentation des Forderungskatalogs. Sie geben Wissen, Kompetenzen und Wertvorstellungen weiter und bilden zukünftige Entscheidungsträger aus.

Als öffentliche Institutionen kommt den Hochschulen Vorbildcharakter zu, wie Ait-Yahia betonte. So stellt das Positionspapier unter anderem den "Konferenztourismus" der Forschenden per Flugzeug zur Diskussion.

Die beiden studentischen Dachverbände verlangen vor allem, dass "das Konzept der Nachhaltigkeit in der Lehre verankert wird". Zudem erwarten sie, dass die "Hochschulen gesamtheitlich nachhaltig geführt" werden.

Laut dem Forderungskatalog sind Hochschulen "ein Ort des Experimentierens und der Innovation". In diesem "Reallabor" sollen Forschung, Lehre und Infrastruktur gemeinsam zukunftsweisende Ideen für eine nachhaltigere Zukunft umsetzen.

Zürcher Aktionswoche

Mit der Präsentation des Forderungskatalogs wurde gleichzeitig die Zürcher Nachhaltigkeitswoche eröffnet: Von Montag bis Samstag stehen in Zürich über 30 Podiumsdiskussionen, Referate und Workshops auf dem Programm.

Dabei werden Brennpunkte der Nachhaltigkeit in Politik, Gesellschaft und Privatem thematisiert. Es werden die Grenzen des Wirtschaftswachstums ausgelotet, eine nachhaltige Asylpolitik entworfen und die Möglichkeiten und Vorzüge eines guten, nachhaltigen Lebens für alle diskutiert.

Organisiert wurde die Reihe, die zum vierten Mal stattfindet, von über 60 Studierenden von fünf Zürcher Hochschulen.