Lehrermangel
Studentische Lehrkräfte machen einen guten Job

54 Studierende im letzten Studienjahr nehmen am Projekt «Sofortmassnahmen» gegen den Lehrermangel im Kanton Zürich teil. Weil es sich gut bewährt, soll es möglicherweise Teil der regulären PH-Ausbildung werden.

Martina Keller-Ullrich, SDA
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Blick in ein Klassenzimmer. (Symbolbild; Foto: Keystone/Gaetan Bally)

Blick in ein Klassenzimmer. (Symbolbild; Foto: Keystone/Gaetan Bally)

Keystone

Die studentischen Lehrkräfte unterrichten seit Beginn des Schuljahrs in Primarschulklassen, und zwar mit einem halben Pensum. Entweder teilen sich zwei Studierende eine Stelle oder sie arbeiten im Jobsharing mit einer erfahrenen Lehrperson mit Teilzeitanstellung. Daneben setzen sie ihr Studium an der Pädagogischen Hochschule (PH) Zürich fort.

Vielfältige Unterstützung

Vor Ort werden die Studierenden von den Schulleitungen und vom Lehrpersonenteam unterstützt, ausserdem erhalten sie Fachbegleitung am Arbeitsort. Die PH steht ihnen mit einem Projektleiter, Mentoren und Fachdidaktiker zur Seite und hat die Vorlesungen zeitlich so gelegt, dass Unterrichten und Studium zeitlich vereinbaren lassen.

Trotz dieses Aufwands lohnen sich die «Sofortmassnahmen» wie Martin Wendelspiess, Leiter des kantonalen Volksschulamts, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Zum einen sei der Mehraufwand nicht so hoch, weil die Studierenden sonst Praktika machen würden, die ebenfalls Betreuung erforderten.

Zum anderen werden etliche der studentischen Lehrkräfte von ihren jetzigen Schulen übernommen und müssen dann nicht mehr eingearbeitet werden. Die ersten seien schon im November angefragt worden, sagte Wendelspiess. Die Möglichkeit, bereits während des Studiums zu unterrichten, sei für die Projektteilnehmer ein Gewinn. Negative Rückmeldungen aus den Schulen habe es nicht gegeben.

Bezahlung spielt nur Nebenrolle

Auch die PH beurteilt die «Sofortmassnahmen» als «durchwegs positiv», sagte Hansjürg Keller, Prorektor Ausbildung an der PH Zürich. Weil nicht alle Studierenden im letzten Studienjahr noch die gleichen Studienleistungen erbringen müssen, ist die individuelle Arbeitsbelastung sehr unterschiedlich. Das Studium verlängert sich durch den Einsatz nicht.

Der Aufwand für die Studierenden sei zwar hoch aber auch der Lerneffekt sei gross, zudem sei niemand mit falschen Vorstellungen in seinen Einsatz gegangen, sagte Keller. Nur eine untergeordnete Rolle spiele die Bezahlung. Die jungen Lehrer erhalten 80 Prozent des Grundlohns festangestellter Lehrpersonen.

Zurzeit wird noch verhandelt, ob das Projekt im kommenden Jahr weitergeführt wird. Weil es sich so gut bewährt, wird sogar darüber nachgedacht, es in die reguläre Ausbildung zu übernehmen.

Dabei sollten Studierende aber die Wahlfreiheit haben, sagte Keller. «Es lernen nicht alle gleich. Manche brauchen auch die Zeit,» sagte er. Und dies heisse nicht, dass sie schlechtere Lehrer seien.