Ein erstes Projekt für ein Solarkraftwerk an den Lawinenverbauungen in Luzein war vor zwei Jahren gescheitert. Nun unternehmen die EKZ mit einem neuen Projekt erneut einen Anlauf für eine hochalpine Solaranlage, wie das Elektrizitätsunternehmen am Montag mitteilte.

Das Solarkraftwerk soll bis zu zwei Megawatt elektrischer Leistung ins Stromnetz einspeisen. Die EKZ gehen von einer Produktionsleistung von drei Gigawattstunden pro Jahr aus. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von rund 660 durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten.

Der Standort bei den Lawinenverbauungen biete grosse Vorteile, heisst es in der Mitteilung. So könne bereits bebautes Gebiet für die Stromproduktion genutzt werden, ohne die Lawinenverbauung in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.

Panels an Seil aufgehängt

Anders als beim ersten Projekt werden die rund 850 so genannten Solarwings nicht an den Lawinverbauungen, sondern über den Verbauungen an einer Seilkonstruktion montiert. Um die Leistung der geplanten Anlage zusätzlich zu steigern, werden die Module mit einem Steuerseil dem Sonnenstand nachgeführt.

Nach Ansicht der EKZ ist die Solarstromgewinnung im hochalpinen Gebiet besonders sinnvoll. Einerseits werde die Sonneneinstrahlung in hohen Lagen kaum durch Nebel gestört, andererseits steigere die Lichtreflexion des Schnees die Produktionsleistung in diesen Gebieten während des Winters zusätzlich.

Damit der Bau des Solarkraftwerks am Chüenihorn möglich wird, muss das kommunale Baugesetz angepasst werden. Gemäss EKZ unterstützt der Gemeindevorstand von Luzein das Projekt. Über die Änderung des Baugesetzes entscheidet die Gemeindeversammlung am 23. Juni.