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Stressabbau durch Axt-Werfen: Junger Zürcher eröffnet in Oerlikon das erste Zentrum

«Ich bin überzeugt, dass ‹Urban Axe Throwing› auch in der Schweiz zum Trend wird», sagt Ian MacKenzie.

«Ich bin überzeugt, dass ‹Urban Axe Throwing› auch in der Schweiz zum Trend wird», sagt Ian MacKenzie.

Der gelernte Hotelier Ian MacKenzie hat in Zürich Oerlikon das erste Axt-Werf-Zentrum gegründet. Die kanadisch-amerikanische Sportart hat der Coach selbst einst im Ausland kennengelernt. Dank «Axtra» soll sie auch hier zum Trend werden.

Gekonnt trifft Ian MacKenzie, Gründer von «Axtra», mit einem lockeren Wurf ins Zentrum der Zielscheibe. Statt mit Pfeilen werden beim «Urban Axe Throwing» mit Äxten Punkte erzielt. Seit bald einem Jahr kann sich jeder in einem ehemaligen Fitnesszentrum in Zürich Oerlikon in der kanadisch-amerikanischen Sportart üben und messen.

Der Selbstversuch zeigt, wie schwierig die Disziplin ist. «Nimm die Axt in beide Hände, mach einen Schritt zurück und ziele auf die Mitte der Holzscheibe», instruiert Axt-Coach MacKenzie. Ein lauter Knall ertönt, und die 600 Gramm schwere Axt prallt auf den Boden vor der Zielscheibe.

«Wie in jeder Sportart, braucht es auch hier Übung», sagt MacKenzie. Oftmals sei es aber so, dass Werfer mit anfänglichen Schwierigkeiten später treffsicherer sind als andere. «Nicht die Kraft ist entscheidend – auf die Technik kommt es an. Und Frauen sind oftmals talentierter als Männer», sagt der Axtwurf-Profi.

Er will an die Weltmeisterschaft

Die Axt ist eines der ältesten Werkzeuge der Menschheit. 2006 begann eine Gruppe von Freunden in Toronto damit, sie als Sportgerät zu benutzen und auf eine Zielscheibe zu werfen. Aus dem anfänglichen Spass entwickelte sich in den USA eine Disziplin mit einem Punktsystem. «‹Urban Axe Throwing› ist in den Staaten eine der am schnellsten wachsenden Sportarten», sagt MacKenzie. Seit drei Jahren veranstaltet die «World Axe Throwing League» auch eine Weltmeisterschaft, in der Frauen und Männer nicht separat gegeneinander antreten. «Zusammen mit einem Schweizer Team möchte ich einmal daran teilnehmen», sagt der ambitionierte Axt-Werfer.

Kennen gelernt hat MacKenzie die Sportart in den USA. «Ich war so begeistert davon, dass ich zu Hause in meinem Garten weiter trainierte», sagt der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger. Im letzten Herbst entschied sich der gelernte Hotelier, ein eigenes Axt-Werf-Zentrum zu gründen.

«Ich bin überzeugt, dass ‹Urban Axe Throwing› auch in der Schweiz zum Trend wird», sagt MacKenzie. Vor allem in Oerlikon leben viele junge Menschen, die sich laut dem Initiator von «Axtra» hier auspowern möchten. Neben Zürich gibt es in Basel und Genf noch je ein Axt-Werf-Zentrum.

Strenge Regeln verhindern Verletzungen

Trotz dem Spass bleibt die Axt ein Gegenstand mit einer scharfen Stahlkante. «Bei uns gab es noch nie Verletzungen», sagt MacKenzie. Dafür sorgen Regeln: Geschlossene Schuhe, eine Sicherheitslinie und die Anwesenheit eines Axt-Coaches sind ein Muss. Auch gilt eine Nulltoleranz für Alkohol und Drogen. «Sonst sind alle willkommen», sagt der Axt-Coach.

Firmenausflüge, Junggesellenabschiede und Geburtstagspartys finden im «Axtra» statt. «Nur wenige Besucher sind Met trinkende Mittelalterfanatiker», sagt der 28-Jährige. Neben dem Spassfaktor habe das Axt-Werfen auch eine entspannende Wirkung. «Die Leute kommen zum Teil gestresst. Das Axt-Werfen holt sie aus ihrer Komfortzone raus und wirkt kathartisch», sagt MacKenzie. Auch am Anfang skeptische Besucher würden schnell Spass am Werfen finden.

Ambitionen entstehen

Bis heute ist «Axtra» ein Einmannbetrieb. «Vor der Coronapandemie hatten wir viele Buchungen. Seit dem Lockdown sind die Anmeldungen etwas zurückgegangen», sagt MacKenzie. Deshalb arbeitet er nebenbei als Personal Trainer. Er plant aber, bald weitere Coaches einzustellen und auch Angebote im Freien anzubieten.

Nach den ersten paar Versuchen kommt wie vorhergesagt ein Gefühl für die Wurfdynamik auf. Tatsächlich bringt Kraft wenig. «Auf den Fokus und den Moment des Loslassens kommt es an», sagt MacKenzie. Auch wenn die folgenden paar Würfe erfolglos bleiben, ist der Ehrgeiz geweckt.

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