Der Vorfall hatte sich am 26. Mai während der Fahrt einer S15 von Rapperswil nach Uster ereignet, wie SBB-Sprecher Daniele Pallecchi auf Anfrage eine entsprechende Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Samstag bestätigte. Ein Lokführer, der als Privatperson im Zug sass, regte sich auf, weil der Zug Verspätung hatte und seiner Meinung nach nicht die zulässige Maximalgeschwindigkeit erreichte.

Kurzerhand begab er sich nach vorne zum Führerstand, um sich bei seinem Berufskollegen durch die Scheibe hindurch zu beschweren. Als dies nichts nützte, holte er seinen eigenen Schlüssel hervor und drang während der Fahrt in den Führerstand ein - wurde jedoch von seinem Kollegen energisch hinauskomplimentiert.

Unmittelbar nach dem Zwischenhalt kurz nach 12 Uhr in Uster begab sich der diensthabende Lokführer in den Passagierraum, um den "Eindringling" zur Rede zu stellen. Dabei kam es zwischen den beiden Lokführern zu einer verbalen Auseinandersetzung und die Bahnpolizei wurde alarmiert. Als an deren Stelle die Stadtpolizei Uster eintraf, war der Lokführer, der privat unterwegs war, bereits nicht mehr vor Ort.

Wegen des Streits konnte die S15 vorerst nicht weiterfahren. Die Passagiere wurden aufgefordert, auf den nächsten Zug umzusteigen. Auseinandersetzungen zwischen Mitarbeitenden seien zwar menschlich, sagte Pallecchi. "Wir bedauern aber sehr, dass die Fahrgäste den Vorfall mitbekommen haben." Der Vorfall werde nun intern abgeklärt.