Zürich
Streit um Manor-Haus: Zürcher Heimatschutz ist gegen eine Umnutzung

Der Zürcher Heimatschutz will die Umnutzung des Warenhauses Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse nicht akzeptieren. Er reicht Beschwerde beim Baurekursgericht des Kantons Zürich ein.

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Noch ist unklar, was mit dem Warenhaus Manor an der Bahnhofstrasse in Zürich passiert.

Noch ist unklar, was mit dem Warenhaus Manor an der Bahnhofstrasse in Zürich passiert.

Keystone

Der Zürcher Stadtrat hat nach Ansicht des Zürcher Heimatschutzes seine Pflicht zur vertieften Abklärung des Schutzumfanges zu wenig wahrgenommen. Das markante Gebäude im unteren Teil der Zürcher Bahnhofstrasse wird sei über hundert Jahren als Warenhaus genutzt.

Die Bausektion des Zürcher Stadtrates bewilligte im Juli den Umbau des Manor-Hauses. Der Zürcher Heimatschutz verlangt in seinem Rekurs ans Baurekursgericht die Aufhebung des Entscheids, wie er in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Der Stadtrat sei anzuweisen, die Schutzwürdigkeit vertieft zu prüfen.

Gemäss gängiger Rechtssprechung müsse bei dieser Prüfung auch dem Zusammenspiel von Fassaden und Innenraum Rechnung getragen werden. Das Bundesgericht habe in einem früheren Entscheid geschrieben, es sei zu verhindern, dass «denkmalpflegerische Fassadenmaskeraden vor ausgehöhlten Bauten» geschaffen werden.

Abklärungen seien aber auch im Zusammenhang mit der geplanten Umnutzung zu tätigen, verlangt der Zürcher Heimatschutz. Zwischen Bausubstanz und Nutzung bestehe oft eine äusserst enge Verbindung.

Zitiert wird in der Mitteilung ein Fachgutachten. Danach zählt das Manor-Haus zu den wertvollen «Zeugen des klassischen Warenhaustypus, dessen Ursprung in das ausgehende 19. Jahrhundert zurückreicht». Es verkörpere an exponierter Stelle in Zürich «seit über hundert Jahren eine Nutzungskontinuität. Fassade, Gebäude, Adresse und Nutzung als Warenhaus bildeten eine sinngebende Einheit».