Die Stadt Zürich habe in den wesentlichen Punkten Recht bekommen, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Gleichzeitig habe das Gericht einige Auflagen gemacht, teilte das Hochbaudepartement der Stadt Zürich weiter mit. Diese Auflagen will die Stadt zügig anpacken, sobald das Urteil rechtskräftig ist.

Der Trakt B der Roten Fabrik war 2012 bei einem Brand erheblich beschädigt worden. Die Stadt Zürich reichte deshalb 2014 ein Baugesuch ein, um einen neuen Aufbau, eine Erweiterung der Lüftungsanlagen sowie zusätzliche Notausgänge zu erstellen.

Gegen den Bauentscheid wurde jedoch rekurriert und das Urteil des Baurekursgerichts weitergezogen. Das Verwaltungsgericht verlangte vom Baurekursgericht darauf eine Prüfung durch einen Denkmalschutzexperten. Basierend auf einem Gutachten der kantonalen Denkmalpflegekommission hat das Baurekursgericht den Bauentscheid nun noch einmal beurteilt.

Rautenmuster muss bleiben

Grundsätzlich stützte das Gericht das Grundkonzept des Umbaus. Im Urteil werden der Stadt aber Auflagen bezüglich Eingriffen an der Fassade und die Platzierung von Notausgängen aus der sogenannten Aktionshalle gemacht. So hielt das Gericht fest, dass das Rautenmuster der Fassade bewahrt werden muss, wie Sprecher Matthias Wyssmann auf Anfrage sagte.

Das Amt für Hochbauten zeigt sich in der Mitteilung aber zuversichtlich, Lösungen dafür zu finden. Die ursprüngliche Kapazität der Konzerthalle von 1300 Personen soll erhalten bleiben. Die Stadt zieht den Gerichtsentscheid nicht an die nächste Instanz weiter. Die Rekursfrist ist am 1. Februar abgelaufen.

Das Fabrikensemble in Zürich-Wollishofen ist in den 1890er-Jahren erstellt worden. Es umfasst drei Trakte, in denen einst Verwaltung, Fabrikation und Heizzentrale untergebracht waren.

Beim umstrittenen Bauprojekt geht es um den ehemaligen Fabrikationstrakt mit Künstlerateliers und der sogenannten Aktionshalle für Konzerte. Durch den Brand im Mai 2012 wurden 13 von insgesamt 52 Ateliers für Kunstschaffende vollständig zerstört.