Auslöser war ein Radiointerview, in dem Haerle über den Streit mit Weber Auskunft gab. Dabei sagte er, dass sich Weber "im Lauf ihres Lebens mit sehr vielen Leuten ein bisschen verkracht" habe. Zudem sagte der Kulturchef, dass Verträge einzuhalten seien. Dies war für Weber Grund genug, Haerle wegen Ehrverletzung anzuzeigen.

Das Obergericht wollte die Staatsanwaltschaft allerdings nicht dazu ermächtigen, Ermittlungen aufzunehmen. Deshalb gelangte Weber ans Bundesgericht, das ihr jetzt Recht gab. Die Oberstaatsanwaltschaft bestätigte eine Meldung des "Tages-Anzeigers" vom Mittwoch. Die Staatsanwaltschaft muss somit ermitteln.

Weber fühlt sich betrogen

Um das Centre le Corbusier schwelt seit langer Zeit ein Konflikt. Weber, die ehemalige Besitzerin des Pavillons am Zürichhorn, fühlt sich von der Stadt Zürich betrogen. Die Stadt habe Vereinbarungen zur Übergabe des Museums nicht eingehalten.

Weber war die treibende Kraft hinter dem 1967 eröffneten Kubus mit der auffällig farbigen Fassade. Sie bezahlte den Pavillon und die Stadt stellte die Parzelle am Zürichhorn im Baurecht für 50 Jahre unentgeltlich zur Verfügung.

Der Pavillon ist das einzige Gebäude, das Charles-Edouard Jeanneret, alias Le Corbusier, in der Deutschschweiz realisierte.