Zürich

Strassen-Sanierung unter massiver Kritik: Nun wird das Projekt gestoppt

Anwohner der Bellerivestrasse fordern unter anderem durchgehende Velostreifen und Temporeduktionen.

Anwohner der Bellerivestrasse fordern unter anderem durchgehende Velostreifen und Temporeduktionen.

Die geplante Sanierung der Bellerivestrasse im Zürcher Seefeld hat für viel Kritik gesorgt: Die Stadt stoppt nun das Projekt und will nochmals verschiedene Varianten prüfen.

Das Sanierungsprojekt der Bellerivestrasse im Zürcher Seefeld wurde gestoppt. Die Wünsche der Quartierbewohner und der umliegenden Gemeinden gingen weit auseinander, wird Stadtingenieur Vilmar Krähenbühl in einer Medienmitteilung vom Montag zitiert. "Wir können die unterschiedlichen Ansprüche zurzeit nicht unter einen Hut bringen."

Im Juni 2017 hatte die Stadt das Sanierungsprojekt für die Strasse, auf der täglich 25'000 Fahrzeuge verkehren, vorgestellt. Vorgesehen war, die vier bisherigen Fahrspuren beizubehalten. Während der öffentlichen Auflage dieser Pläne gingen mehrere Einsprachen ein. Anwohner forderten unter anderem durchgehende Velostreifen sowie Spur- und Temporeduktionen.

Und im Stadtparlament ging eine Motion ein, die einen dreijährigen Versuch mit bloss drei Spuren, aber mit einem flexiblen Richtungswechselbetrieb fordert: Die mittlere Spur soll morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts führen. So würde die vierte Fahrspur überflüssig, es böte sich Raum für einen Veloweg.

Verschiedene Varianten prüfen

Wegen dieser widersprüchlichen Anliegen hat das Tiefbauamt der Stadt Zürich die bisherige Planung mit vier Fahrspuren nun unterbrochen. Es sollen neue Varianten mit Spur- und Temporeduktionen ausgearbeitet und mit dem ursprünglichen Plan verglichen werden.

Das Amt will danach "auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse den Fächer für die Oberflächengestaltung nochmals öffnen und in Rücksprache mit dem Kanton als Bewilligungsinstanz eine Bestvariante ausarbeiten".

Damit verzögert sich der Baustart für die Gesamtsanierung der Bellerivestrasse auf unbestimmte Zeit. Die Abwasserkanalisation, die Wasserleitungen und der Strassenbelag sind gemäss Tiefbauamt aber teilweise in sehr schlechtem Zustand. Deshalb müssen nun lokal Reparaturen vorgenommen werden. Dies werde "entsprechende Verkehrsbehinderungen" mit sich bringen.

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