Die Staatsanwaltschaft habe seriös und gut gearbeitet, sagte Zangger am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Dass es nun nicht zur Anklage und zum Prozess gegen Jegge kommt, ist für den ehemaligen Schüler des Reformpädagogen in Ordnung.

Er wolle die Einstellungsverfügung nicht anfechten. Er könne damit leben, es sei alles gesagt, so Zangger. Wichtig ist ihm jedoch, dass die Staatsanwaltschaft in der Einstellungsverfügung deutliche Worte nutzt. "Diese zeigen, dass ich im Recht war."

Persönlichkeiten verletzt

Die Staatsanwaltschaft schreibt, dass Jegge die Persönlichkeit seiner ehemaligen Schüler verletzt habe. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Vorfälle verjährt seien oder nicht. Jegge habe "in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen geschriebene Verhaltensnormen verstossen" und somit widerrechtlich gehandelt.

Es sei deshalb richtig, ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen. Jegge kündigte allerdings bereits zu einem früheren Zeitpunkt an, diese 4400 Franken nicht tragen zu wollen und reichte Beschwerde ein.

Die Staatsanwaltschaft befragte während Wochen mögliche Missbrauchsopfer des Reformpädagogen. Sie kam jedoch zum Schluss, dass die Strafen entweder verjährt sind oder keine strafbaren Handlungen stattfanden. Auch ein Aufruf in den Medien, der weitere Opfer bat, sich zu melden, brachte nichts.

Zangger hat Verständnis dafür, dass sich keine weiteren Betroffenen meldeten. "Ich habe mein Ziel dennoch erreicht." Das Schweigen sei gebrochen, die Öffentlichkeit über den Manipulator Jegge informiert.