Gegen die politischen und operativen Verantwortlichen des Polizeieinsatzes vom letzten Wochenende in Zürich rund um das Fussball-Derby GC gegen FCZ haben betroffene Fans des FC Zürich eine Strafanzeige eingereicht, wie die Fangruppierung Zürcher Südkurve am Donnerstag mitteilte.

Rund 750 FCZ-Anhänger waren vor dem Spiel von der Polizei gestoppt, eingekesselt und einer Personenkontrolle unterzogen worden. Grund dafür war, dass beim Fanmarsch eine grosse Zahl von Pyros gezündet worden war. Die Polizisten wurden während ihres mehrstündigen Einsatzes immer wieder von Personen ausserhalb der Einkesselung angegriffen und mit Flaschen und Steinen beworfen.

Vorgeworfen wird den Verantwortlichen des Polizeieinsatzes in der Strafanzeige Freiheitsberaubung, Nötigung, Tätlichkeiten sowie weitere Delikte gegenüber denjenigen, die sich über Stunden im Polizeikessel befanden. Verlangt wird eine anfechtbare Verfügung des Polizeieinsatzes, wie es in der Mitteilung der Südkurve heisst.

Die Strafanzeige richtet sich gegen den kantonalen Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP), den städtischen Polizeivorsteher Richard Wolff (AL), den Stadtpolizeikommandanten Daniel Blumer, den Kantonspolizeikommandanten Thomas Würgler sowie die Einsatzleitung vom Samstag.

Stadtrat Wolff: "Einkesselung war nicht geplant"

Polizeivorsteher Wolff weist in verschiedenen Zeitungsinterviews vom Donnerstag darauf hin, dass die Einkesselung nicht vorbereitet oder geplant war. Angeordnet worden sei sie vom verantwortlichen Einsatzleiter.

Fanmärsche werden laut Wolff toleriert, wenn sie die öffentliche Sicherheit nicht gefährden. Diese Praxis habe bisher gut funktioniert und werde so weitergeführt. Der Polizeivorsteher hofft, dass die Einkesselung vom letzten Samstag ein Einzelereignis bleibt. (SDA)