1881 hatte der Kanton Zürich in Ringwil in der Gemeinde Hinwil eine "Korrektionsanstalt für jugendliche Rechtsbrecher" eröffnet. Heute ist das Vollzugszentrum Bachtel (VZB) eine Einrichtung für Erwachsene und wurde seit der Eröffnung mehrfach erweitert und baulich angepasst. So entstanden über die Jahre eine Anhäufung einzelner Gebäude, die zudem teilweise baufällig sind.

Das Vollzugszentrum habe für den Justizvollzug im Kanton Zürich aber eine grosse Bedeutung, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Es ist die einzige kantonale Institution, in der Straffällige ihre Freiheits- und Ersatzfreiheitsstrafe im offenen Regime verbüssen können. Bei einer Ersatzfreiheitsstrafe handelt es sich um Gefängnistage, die für nicht bezahlte Geldstrafen oder Bussen abgesessen werden.

Der Kanton Zürich sei der einzige Kanton, der Ersatzfreiheitsstrafen konsequent in einer Anstalt vollzieht, heisst es weiter. Dies habe eine positive Wirkung auf die Staatskasse, da zahlreiche Personen die Bussen in letzter Minute dann doch noch bezahlen würden. Die Einnahmen dieser Gruppe machte von 2014 bis 2016 durchschnittlich 4,5 Millionen Franken jährlich aus.

Nun soll das VZB erweitert und umgebaut werden: So sollen auf dem Areal Räumlichkeiten für Arbeit, Freizeit und Wohnen erstellt werden, die für den Haftbetrieb von 94 Insassen und rund 50 Mitarbeitenden notwendig sind. Die Brutto-Investitionssumme beträgt 49,5 Millionen Franken. Diesen Objektkredit muss der Kantonsrat bewilligen. Der Kanton Zürich geht zudem von einem Baubeitrag des Bundesamtes für Justiz von rund 14 Millionen Franken aus.

Der Regierungsrat plant den Umbau und die Erweiterung der Anlage in Ringwil seit längerem. Bereits 2015 bewilligte er einen Planungskredit von 5,1 Millionen Franken. Da dieser nicht ausreicht, hat der Regierungsrat eine Erhöhung um 500'000 Franken beschlossen.