Bankenplatz
Steuerstreit mit den USA beschert Zürcher Arbeitsgericht mehr Fälle

Der Steuerstreit mit den USA hat Auswirkungen auf das Zürcher Arbeitsgericht: Die Zahl der Fälle ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Bank-Mitarbeitende wollten verhindern, dass ihre Arbeitgeber ihre Namen herausgeben oder waren mit den Bedingungen nicht einverstanden.

Merken
Drucken
Teilen
Der Paradeplatz in Zürich - Symbol und Herz des Bankenplatzes Schweiz mit dem Gebäude der UBS (Mitte) und der Credit Suisse (rechts).

Der Paradeplatz in Zürich - Symbol und Herz des Bankenplatzes Schweiz mit dem Gebäude der UBS (Mitte) und der Credit Suisse (rechts).

/KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die Zahl der Schlichtungsgesuche bei den Friedensrichterämtern stieg von 904 auf 1027 Fälle. Auch zu Prozessen kam es häufiger. In 332 Fällen zogen Arbeitnehmer gegen ihren Arbeitgeber vor Gericht. Im Vorjahr waren es noch 257 Prozesse.

Diese Erhöhung sei ausnahmslos auf das Kooperationsabkommen der Schweizer Banken mit den US-Behörden zurückzuführen, schreibt das Arbeitsgericht in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht.

Bei den arbeitsrechtlichen Fällen in Zürich ging es meistens um Datenschutz-Fragen, also darum, unter welchen Bedingungen Daten an die US-Justiz geliefert werden dürfen. Mittlerweile liegt zu dieser Frage ein Bundesgerichts-Urteil vor, gemäss dem die Bankangestellten Anrecht auf eine Kopie der Daten haben, die geliefert wurden.

Aber auch mit "normalen" arbeitsrechtlichen Fällen hatte das Gericht im vergangenen Jahr zu tun. Im Jahresbericht erwähnt sind etwa Streitigkeiten wegen Überstunden und fehlender Arbeitszeiterfassung.