Die Chancen, dass die Rudolf-Steiner-Schule ihr neues Schulhaus in Zürich bauen darf, stehen wieder besser. Das Gericht hat einen Rekurs der Nachbarn abgewiesen. Ende 2016 geriet das Bauprojekt der Rudolf-Steiner-Schule an der Plattenstrasse im Zürcher Kreis 7 ins Stocken. Nachbarn rekurrierten gegen die Baubewilligung. Das Problem: Auf dem Baugrundstück an der Plattenstrasse 50 war gemäss Bau- und Zonenordnung (BZO) der Stadt Zürich ein Wohnanteil von mindestens 90 Prozent vorgeschrieben. Das Gebäude hätte aber abgerissen werden sollen und wäre durch einen Schulhausneubau ersetzt worden. Das Baurekursgericht hob die Baubewilligung in der Folge auf. Inzwischen wurde die BZO revidiert. Der Wohnanteil wurde von 90 auf null Prozent herabgesetzt. Gegen diese Änderung haben Nachbarn der Rudolf-Steiner-Schule erneut Rekurs eingelegt. A

m Donnerstag hat das Baurekursgericht seinen Entscheid in der Sache publiziert: Die Rekurrenten unterliegen. Anwohner hatten argumentiert, das öffentliche Interesse an einer Wohnnutzung überwiege gegenüber dem privaten Interesse der Schule. Sie meinten, das Mittelschulgebäude müsse nicht im Quartier stehen. Es könne an einem beliebigen anderen Ort betrieben werden. Das Baurekursgericht folgte den Argumenten der Stadt Zürich und der Baudirektion des Kantons Zürich. Aus einer städtischen Gesamtsicht komme dem Erhalt der Wohnnutzung auf dem einzelnen Grundstück keine erhebliche Bedeutung zu. Der Steiner-Schule als Besitzerin der Liegenschaft wäre es freigestellt, teure Wohnungen zu realisieren. Das Gericht bestätigt die Stadt darin, dass es sich bei der seit den 1920er-Jahren im Quartier ansässigen Schule, um eine etablierte Institution handle. Ein hypothetischer Alternativstandort stehe nicht zur Diskussion. Was die Festsetzung des Wohnanteils auf null Prozent angeht, verstosse diese nicht gegen raumplanerische Ziele, schreibt das Gericht im noch nicht rechtskräftigen Entscheid.