Kommentar
Starkes Zeichen gegen Korruption

Das Bezirksgericht Zürich hat sein Urteil zur BVK-Korruptionsaffäre gesprochen. Für den Hauptangeklagten, den früheren Anlagechef der kantonalen Pensionskasse, setzte es eine sechseinvierteljährige Freiheitsstrafe.

Matthias Scharrer
Merken
Drucken
Teilen

Das Urteil zum Korruptionsskandal um Daniel Gloor, den früheren Anlagechef der Zürcher Beamtenversicherungskasse BVK, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Gloor erhält eine Freiheitsstrafe von sechseinviertel Jahren. Das ist mehr, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Und es kommt nahe an die für Gloors Verschulden mögliche Maximalstrafe von siebeneinhalb Jahren heran.

Auch vier der fünf Mitangeklagten sind nun verurteilt. Ihnen wurde angelastet, dass sie den Anlagechef der zweitgrössten Schweizer Pensionskasse mit insgesamt 1,7 Millionen Franken schmierten und dafür zum Teil Gegengeschäfte in zigfachem Ausmass zugeschanzt bekamen. Dies brachte der BKV brutale Verluste ein. Auch wenn die Täter nun einen Teil davon zurückerstatten müssen: Den Grossteil der Zeche bezahlen die Versicherten und der Kanton Zürich, die nun die BVK sanieren müssen - nicht nur, aber auch wegen der korrupten Geschäfte des Herrn Gloor.

Dass Gloor und seine Kompagnons nun im Gefängnis und mit hohen Geldstrafen büssen müssen, ist ein starkes Zeichen gegen Korruption. Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Einer der Mitangeklagten wurde freigesprochen. Seine Zahlungen an Gloor konnte das Gericht nur wegen Verjährung nicht mehr als Korruption bestrafen. Zudem wird sich in zweiter Instanz noch das Zürcher Obergericht mit der Korruptionsaffäre befassen müssen. Und dass Gloor während fünfzehn Jahren auf korrupte Art und Weise mit den Geldern der Versicherten einer staatlichen Pensionskasse hantieren konnte, bleibt unfassbar. Viel zu lange haben die Kontrollinstanzen des Kantons Zürich versagt.