Das zunehmende Interesse an den soziokulturellen Institutionen begründet das Sozialdepartement mit der dynamischen Entwicklung, die geprägt sei von vielen Zu- und Wegzügen sowie Neusiedlungen.

In der sich stark verändernden Stadt spiele die Soziokultur eine wichtige Rolle, heisst es in dem am Mittwoch publizierten "Zwischenbericht 2013 bis 2015". Sie führe Menschen zusammen, fördere die Teilhabe an der Gesellschaft, stärke Quartieridentität und trage damit zur hohen Lebensqualität in der Stadt bei.

Neue Herausforderungen

Die Dynamik der Bevölkerungsentwicklung wird auch in Zukunft die Arbeit der soziokulturellen Institutionen beeinflussen. In einzelnen Quartieren stellten sich besondere Herausforderungen, weil ganze Quartierteile neu gebaut oder saniert worden seien oder werden und sich die Bevölkerungszusammensetzung stark verändere.

So sei in Zürich-West aufgrund der dynamischen baulichen Entwicklung das nahe gelegene Gemeinschaftszentrum Wipkingen an seine Belastungsgrenze gestossen, heisst es im Bericht. Trotz der interessanten Projekte des Vereins Stadionbrache Hardturm bestehe in diesem Gebiet ein hoher Nutzungsdruck.

So soll mit dem Bau des Schulhauses auf dem Schütze-Areal auch ein Quartiertreffpunkt realisiert werden. Die zusätzlichen Räume für selbstorganisierte Anlässe und soziokulturelle Aktivitäten sollen eine Entlastung um den Escher-Wyss-Platz bringen, insbesondere dann, wenn 2020 auf dem Gelände des ehemaligen Tramdepots Hard nochmals über 200 neue Wohnungen bezogen werden.

Jugendliche habe andere Bedürfnisse als Kinder

Anders stellt sich die Aufgabe in Zürich-Affoltern. Dort wurden in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Siedlungen und Tausende von Wohnungen gebaut, die vor allem von Familien mit kleinen Kindern bezogen wurden.

Mittlerweile sind aus diesen Kindern Teenager geworden, die andere Bedürfnisse bezüglich Raum und Aufenthaltsorte haben. Die Offene Jugendarbeit Affoltern entwickelt deshalb zusammen mit den Jugendlichen in den kommenden drei Jahren adäquate Jugendangebote in den Neubaugebieten.

Handlungsbedarf besteht laut Sozialdepartement aber auch in Leutschenbach, Altstetten, Albisrieden oder im Quartier Greencity/Manegg. Die Herausforderung der Institutionen bestehe darin, bei gleich bleibenden Finanz- und Raumressourcen mit einem Zuwachs an Besuchern umzugehen, heisst es im Zwischenbericht des Sozialdepartementes.

Am meisten Mittel für Gemeinschaftszentren

In der Stadt Zürich betreiben 65 private Institutionen mit finanzieller Unterstützung des Sozialdepartementes soziokulturelle Betriebe. Zudem gibt es 14 städtische Einrichtungen, die von den Sozialen Diensten geführt werden.

Die Gesamtausgaben der Soziokultur beliefen sich im vergangenen Jahr, einschliesslich Raumkosten, auf rund 30 Millionen Franken. Die grössten Beträge entfielen auf die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren (17,6 Millionen), die städtischen Sozialen Dienste (6,1 Millionen) und den Verein Offene Jugendarbeit Zürich (3,2 Millionen Franken). Am meisten Mittel pro Einwohner erhalten die Regionen Letzi, Glattal/Schwamendingen und Limmattal.