Zürich
Stärker ausgelastet, weniger pünktlich: VBZ überbrückt Zeit bis zum neuen Tram

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) überbrücken mit verschiedenen Massnahmen die Zeit, bis die neuen "Flexity 2"-Trams eingesetzt werden können. Die Folge für die Passagiere: stärker ausgelastete Trams, die eventuell weniger pünktlich unterwegs sind. Verbindungen werden aber keine gestrichen.

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Die Fahrzeuge der ersten und zweiten Serie von "Tram 2000" haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und werden ersetzt.

Die Fahrzeuge der ersten und zweiten Serie von "Tram 2000" haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und werden ersetzt.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Ursprünglich hätten die 70 neuen "Flexity 2"-Trams von Bombardier die erste und zweite Serie des veralteten "Tram 2000" ab 2018 ersetzen sollen. Beschwerden der unterlegenen Konkurrenten Siemens und Stadler Rail verzögerten jedoch die Vertragsunterzeichnung.

Daher wird das erste Flexity-Tram erst im November 2019 in Zürich eintreffen. Mit der Normalisierung des Trambestands rechnet die VBZ auf das Fahrplanjahr 2021.

Bis dahin wird die VBZ die Zeit mit "verschiedenen, konzentrierten Massnahmen" überbrücken, wie sie am Montag mitteilten. Dazu zählen eine angepasste Instandhaltungs- und Einsatzplanung der Fahrzeugflotte sowie die Anpassung der Durchlaufzeiten bei Revisionen. Zudem verzichtet die VBZ in der Hauptverkehrszeit auf Extra-, Ausbildungs- und Dienstfahrten.

Denn der Bedarf an Fahrzeugen steigt - mit der neuen Tramverbindung Hardbrücke, die ihren Betrieb ab 10. Dezember aufnimmt, und der Verlängerung der Tramlinie 2 nach Schlieren ab August 2019. Um diesen Bedarf zu decken, werden Fahrzeuge aus der Reserve in den Liniendienst verschoben.

Normaler Fahrplan, aber volle Trams

Dank diesen Überbrückungsmassnahmen und der reduzierten Fahrzeugreserve kann laut VBZ dafür das Fahrplanangebot aufrechterhalten werden. Zudem sei so die Verfügbarkeit der benötigten Trams für die entsprechenden Kursleistungen sichergestellt, heisst es weiter.

Die Passagiere müssen allerdings mit stärker ausgelasteten Trams rechnen. Diese sind möglicherweise weniger pünktlich und es kann zu Abweichungen beim Einsatz von Niederflurtrams kommen.

Keine Option waren für die VBZ dagegen die dauerhafte Umstellung einer Tramstrecke auf Busbetrieb oder die Beschaffung von auswärtigen Trams: Die Analyse habe ergeben, dass sich der Kauf von auswärtigen Trams technisch und wirtschaftlich nicht rechtfertigen lasse.

Langes Verfahren endete vor Gericht

Die Trams der ersten und zweiten Serie von "Tram 2000" haben nach 40 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Mit der Auslieferung der "Flexity 2"-Trams der kanadischen Firma Bombardier, die auch in Basel, Berlin oder den belgischen Städten Antwerpen und Gent unterwegs sind, wird das 2011 gestartete Trambeschaffungsverfahren für die neue Tramgeneration enden.

Dieses verzögerte sich zunächst, da offene Fragen im Rahmen der Ausschreibung geklärt werden mussten. Schliesslich gaben der Verkehrsrat des Kantons Zürich und der Stadtrat Zürich im Mai 2016 grünes Licht für den Kauf von 70 Fahrzeugen für insgesamt 358 Millionen Franken.

Die unterlegenen Konkurrenten Siemens und Stadler Rail reichten daraufhin beim Zürcher Verwaltungsgericht Rekurs ein. Das Gericht wies die Beschwerden im Februar 2017 jedoch teilweise ab. Da sowohl Siemens als auch Stadler Rail auf einen Weiterzug verzichteten, war der Weg frei für die Vertragsunterzeichnung zwischen VBZ und Bombardier. Diese erfolgte im März 2017.