Es ist ein Milliardenprojekt, und die Planung zieht sich schon seit Jahren hin. Jetzt ist bekannt, welche Architekten die ersten Wettbewerbe fürs neue Zürcher Hochschulquartier gewonnen haben: Der Studienauftrag «USZ Kernareal» für die geplanten zentralen Neubauten des Universitätsspitals Zürich (USZ) geht an das Architekturbüro Christ & Gantenbein. Den Projektwettbewerb «Forum UZH», der grosse Neubauten für die Universität Zürich (UZH) umfasst, gewinnen Herzog & de Meuron, wie die kantonale Baudirektion gestern bekannt gab. In beiden Fällen ist jeweils auch die Planungsfirma b + p Baurealisation AG beteiligt.

Mit Herzog & de Meuron sowie Christ & Gantenbein haben Stars der Architekturszene gewonnen. Beide haben ihre Firmensitze in Basel. Christ & Gantenbein machten sich in Zürich mit dem Erweiterungsbau fürs Landesmuseum einen Namen. Herzog & de Meuron bauten unter anderem die Hamburger Elbphilharmonie und das Pekinger Nationalstadion; zudem erstellen sie mit dem Kinderspital-Neubau derzeit ihr erstes Werk für Zürich.

Pläne vorerst unter Verschluss

Wie nun ihre Pläne fürs Zürcher Hochschulquartier aussehen, werden ab 8. Januar 2019 Ausstellungen im Lichthof der UZH, im Unispital und im städtischen Amtshaus IV zeigen. «Wir können noch nichts zu den Projekten im Detail sagen. Wir wollen ein Gesamtbild zeigen, wie das Hochschulquartier in zehn Jahren aussehen soll», erklärte ein Sprecher der kantonalen Baudirektion auf Anfrage. Zuvor gelte es, noch Detailabklärungen und Visualisierungsarbeiten abzuschliessen.

Herzog & de Meuron setzten sich im Projektwettbewerb «Forum UZH» gegen zehn weitere Teams durch. Am Wettbewerb «USZ Kernareal» beteiligten sich laut dem Baudirektions-Sprecher sieben Teams. Wie üblich seien beide Vergabeverfahren international ausgeschrieben worden.

Wann die Bauarbeiten beginnen, ist noch offen. Einsprachen haben bereits für Verzögerungen gesorgt. Denn die vom Kanton und der Stadt zusammen mit der UZH, dem USZ und der ETH aufgegleiste Neugestaltung des Hochschulquartiers ist umstritten.

Widerstand aus vielen Gründen

Insgesamt liegen sechs kantonale Gestaltungspläne dazu vor. Beschwerden gegen die Pläne hatte das kantonale Baurekursgericht im Frühling dieses Jahres in einem ersten Entscheid gutgeheissen. Die Baudirektion zog den Fall weiter ans Verwaltungsgericht, wo er noch hängig ist, wie die Baudirektion gestern bestätigte.

Umstritten ist die Planung fürs Hochschulquartier aus mehreren Gründen: Zum einen, weil sie aufgegleist wurde ohne direktdemokratische Mitsprachemöglichkeit fürs Stimmvolk. Diesbezüglich hat das Baurekursgericht eine Korrektur vorgenommen, indem es entschied, dass zuerst die – referendumsfähige – Teilrevision der Stadtzürcher Bau- und Zonenordnung (BZO) unter Dach und Fach sein müsse, ehe die kantonalen Gestaltungspläne fürs Hochschulquartier in Kraft treten können. Zum anderen sind Anwohnern die Gebäudehöhen ein Dorn im Auge. So dürfte der höchste der Neubauten, die nun Christ & Gantenbein im USZ-Kernareal planen, gemäss Gestaltungsplan rund 57 Meter aus dem Boden ragen. Die maximale Bauhöhe wurde dabei aufgrund des Widerstands im Zuge der Planungsarbeiten bereits verringert. Der alte Eingangsbereich des Unispitals bleibt erhalten, ebenso das Gebäude der Alten Anatomie im Spitalpark. Die Neubauten wachsen dahinter am Zürichberghang in die Höhe, so sie denn zugelassen werden. Weniger hoch dürfen Herzog & de Meuron planen: Für den Gebäudekomplex «Forum UZH», der einen Sportplatz und Turnhallen verdrängen soll, schreibt der Gestaltungsplan eine Maximalhöhe von 33 Metern vor. Ein weiterer Streitpunkt bei der Planung des neuen Hochschulquartiers ist die Verkehrserschliessung. Es hatte seine Gründe, dass die Projektverantwortlichen von einem «Generationenprojekt» sprachen, als sie das Grossprojekt lancierten.