Stadtpolizei Zürich
Stapo-Kommandant lässt sich frühpensionieren

Die Stadt Zürich muss sich auf die Suche nach einem neuen Polizeikommandanten machen. Philipp Hotzenköcherle, der seit 1997 an der Spitze der «Stapo» steht, geht Ende Mai 2013 in Pension. Der 63-jährige Jurist lässt sich frühpensionieren.

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Lässt sich frühpensionieren: Philipp Hotzenköcherle (Archiv)

Lässt sich frühpensionieren: Philipp Hotzenköcherle (Archiv)

Emanuel Freudiger

Es sei ein idealer Zeitpunkt, um abzutreten, sagte Hotzenköcherle am Donnerstag auf Anfrage der sda. Die grossen Reorganisationsprojekte der vergangenen Jahre seien abgeschlossen und grosse Baustellen keine mehr vorhanden.

Aber auch privat sei der Zeitpunkt für die Pensionierung günstig. «Das Private kommt bei der Arbeit als Kommandant zu kurz», sagte Hotzenköcherle weiter. Nun habe endlich einmal die Familie Vorrang. Ausserdem wolle er seine Tage auch einmal wieder selber gestalten.

Hotzenköcherle ist seit 1982 für die Stadtpolizei tätig und arbeitete sich vom Chef des Verkehrskommissariats 1 über verschiedene andere Führungsfunktionen zum Kommandanten hoch. Dort steht er nun 2100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor.

Sie sind es auch, die Hotzenköcherle als Highlight seiner langjährigen Arbeit bezeichnet. Er sei sehr stolz auf sie. Obwohl die Gesellschaft der Polizei gegenüber immer respektloser werde, stünden sie jeden Tag hin und meisterten ihre Aufgaben erfolgreich.

Wegen mehrerer Vorfälle in der Kritik

Dämpfer kennt der Kommandant gemäss eigenen Aussagen nicht. Was andere als Dämpfer bezeichnen würden, seien für ihn gute Gründe, ein Problem anzugehen. «Nicht noch einmal erleben» will der oberste Polizist aber das Jahr 2002, als die Stadtpolizei wegen mehrerer Vorfälle in die Kritik geriet.

So musste damals einem unbeteiligten Passanten ein Bein amputiert werden, weil ein Polizeifahrzeug ihn rammte und an eine Hausmauer drückte. Die Polizisten fahndeten nach einem Einbrecher.

Im gleichen Jahr sollen Drogenfahnder einen damals 19-Jährigen bei einer Kontrolle verprügelt haben. «Das waren Fälle, die mich schwer belasteten», sagte Hotzenköcherle weiter. Er und das ganze Korps hätten aber viel daraus gelernt. Die Stelle wird in den kommenden Tagen öffentlich ausgeschrieben.